2. Umbau
1928

er infolge der Raxseilbahn bedeutend größere Verkehr auf unserem Karl-Ludwig-Haus zwingt uns, auch dieses nunmehr 50 Jahre bestehende Haus durch einen weitern Zubau zu vergrößern. Der Bauentwurf sieht einen Zubau von dreißig Quadratmeter vor. Dadurch wird ebenerdig ein neuer großer Speisesaal geschaffen, während im ersten und zweiten Stock je vier Zimmer zu zwei Betten geschaffen werden. Gleichzeitig wird das Haus in allen seinen Teilen mit einer elektrischen Lichtanlage, wie sie bereits auf dem Baumgartnerhaus besteht, versehen. Eine durchgriefende Änderung wird bezüglich der Abortanlagen vorgenommen." (ÖTZ, Mai 1927, 47. Jg.)

Tatsächlich findet sich der "Zubau eines neuen Gastzimmers" von 5 Metern an der Ost-Seite des Hauses im sog. "Eisenbahnerwaggon" wieder. Darunter wurde eine große Zisterne im neuen Kellerraum gebaut. Die Veranda wurde vergrößert, die Stiege umgestaltet. 6 neue Toiletten erfreuten von nun an die Besucher.
Im Dachraum (2. Stock) wurden 18 neue Zimmer eingebaut. Das Nanni-, das Ganauser-, das Steiner-, das Mizzi Langer-, das Hait- und Czeika-Strasser-Zimmer wurden in gewohnt feierlicher Weise bei der 50jährigen Bestandsfeier übergeben. Ludwig Mayerhofer, die Paradiesbettenfabrik Steiner sowie die Alpinen Gesellschaften "Die Bärenlicher Gmoa auf der Rax" und "D'Höllentaler" trugen ebenfalls eifrig zur Verschönerung des Hauses bei.
Der alte Stall an der West-Seite wurde abgetragen und neu aufgebaut, dorthin übersiedelte Waschküche, Bügel- und Trockenraum.

Souschek setzte gemeinsam mit dem Pächter des Habsburghauses den Bau einer Materialseilbahn vom Preiner Gscheid zum Lu-Haus durch. Leider konnte sich Souschek nicht lange daran erfreuen: Er erlag 1930 infolge der damit zusammenhängenden Aufregungen einem Herzschlag.

Karl Swoboda wechselte ins Karl Ludwig-Haus. Allerdings setzte ein tragischer Umfall am 11. März 1931 seinem Leben ein Ende. Er fiel einem Schneesturm zum Opfer.

"Die große Beliebtheit, deren sich Karl Swoboda allseits erfreuen durfte, bewies die zahlreiche Teilnahme an seinem Leichenbegräbnis. Unter den vielen, die seinem Sarge folgten, befanden sich u. a. Präsident Direktor Matras, Vizwpräsident Dr. Haberl, Kommerzialrat Irmler und Amtsrat Kantner vom OeTK., Vorstand Hans Haid und Raimund Thäder von der Sektion Reichenau, Obmann-Stellvertreter Hans Nemecek vom Alpinen Rettungsausschuß Wien, ... Der OeTV war durch das gesamte Präsidium, ... vertreten. Nach der Grabrede des Pfarrers von Prein, Hochwürden Mikolaschkom nahmen sowohl Präsident Direktor Matras als auch unser Präsident in warmen Worten Abschied von dem teuren Toten." (GF, 15. April 1931, F. 4, 42. Jg.)

"Das Erbe als Bewirtschafter trat seine tüchtige Gattin, Frau Maria Swoboda, unter schwierigsten Verhältnissen an. Durch die tatkräftige und aufopfernde Unterstütztung ihres Bruders, Herrn Steininger, gelang es der Frau Swoboda, das Haus durch alle schwierigen und schwierigsten Lagen und Situationen als Erbe einer besseren Zeit, in die Jetztzeit herüberzuretten. Durch ihren umsichtigen Einsatz wurde im Jahre 1945 viel an Klubvermögen und am Bestand des Karl Ludwig-Hauses (vor russischen Soldaten) gerettet und erhalten." (ÖTZ, 66. Jg., 1952)


Foto: Helmut Zemann

Das obige Foto entstand Ende der 30er Jahre. Damals gab es noch Personal mit Kind und Kegel. In der Mitte Maria Swoboda und ihr Bruder Adolf Steininger. Er hat für sie die administrativen Arbeiten erledigt, nachdem ihr Mann verunglückt war. Die Chefin hat intern beim Personal "die Frau" geheißen. Sitzend neben Maria Swoboda die zweitwichtigste Person: die Köchin. In der letzten Reihe Zimmermädchen und er "männliche Hilfskraft für alles". Sie haben später das Habsburghaus gepachtet und noch später war er Gemeindesekretär in Kapelln. Der Mann mit dem herrlichen Grinser ist Herr Tirsch, Herrscher über Werkstätte und Seilbahn.
Nach dem Krieg waren am Wochenende eine Kellnerin (Frau Schrittwieser, spätere Pächterin), die Köchin, eine Küchenhilfe, eine Abwaschhilfe, Herr Tirsch, ein Hausbursche und zwei Stubenmädchen , die auch beim Servieren geholfen haben, oben. Adlf Steiniger hat die Reservierungen und den Papierkrieg erledigt, die Zimmer und Lager verwaltet, Zigaretten, Andenken und Ansichtskarten verkauft
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