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![]() 2. Umbau 1928 ![]() |
"Die große Beliebtheit,
deren sich Karl Swoboda allseits erfreuen durfte, bewies die zahlreiche Teilnahme an seinem
Leichenbegräbnis. Unter den vielen, die seinem Sarge folgten, befanden sich u. a. Präsident
Direktor Matras, Vizwpräsident Dr. Haberl, Kommerzialrat Irmler und Amtsrat Kantner vom
OeTK., Vorstand Hans Haid und Raimund Thäder von der Sektion Reichenau, Obmann-Stellvertreter
Hans Nemecek vom Alpinen Rettungsausschuß Wien, ... Der OeTV war durch das gesamte Präsidium,
... vertreten. Nach der Grabrede des Pfarrers von Prein, Hochwürden Mikolaschkom nahmen sowohl
Präsident Direktor Matras als auch unser Präsident in warmen Worten Abschied von dem teuren
Toten." (GF, 15. April 1931, F. 4, 42. Jg.)
er infolge der Raxseilbahn bedeutend größere Verkehr auf unserem Karl-Ludwig-Haus
zwingt uns, auch dieses nunmehr 50 Jahre bestehende Haus durch einen weitern Zubau zu vergrößern.
Der Bauentwurf sieht einen Zubau von dreißig Quadratmeter vor. Dadurch wird ebenerdig ein neuer
großer Speisesaal geschaffen, während im ersten und zweiten Stock je vier Zimmer zu zwei Betten
geschaffen werden. Gleichzeitig wird das Haus in allen seinen Teilen mit einer elektrischen
Lichtanlage, wie sie bereits auf dem Baumgartnerhaus besteht, versehen. Eine durchgriefende Änderung
wird bezüglich der Abortanlagen vorgenommen." (ÖTZ, Mai 1927, 47. Jg.)
Tatsächlich findet sich der "Zubau eines neuen Gastzimmers" von 5 Metern an der Ost-Seite des Hauses
im sog. "Eisenbahnerwaggon" wieder. Darunter wurde eine große Zisterne im neuen Kellerraum gebaut.
Die Veranda wurde vergrößert, die Stiege umgestaltet. 6 neue Toiletten erfreuten von nun an die
Besucher.
Im Dachraum (2. Stock) wurden 18 neue Zimmer eingebaut. Das Nanni-, das Ganauser-, das Steiner-, das
Mizzi Langer-, das Hait- und Czeika-Strasser-Zimmer wurden in gewohnt feierlicher Weise bei der
50jährigen Bestandsfeier übergeben. Ludwig Mayerhofer, die Paradiesbettenfabrik Steiner
sowie die Alpinen Gesellschaften "Die Bärenlicher Gmoa auf der Rax" und "D'Höllentaler" trugen
ebenfalls eifrig zur Verschönerung des Hauses bei.
Der alte Stall an der West-Seite wurde abgetragen und neu aufgebaut, dorthin übersiedelte
Waschküche, Bügel- und Trockenraum.
Souschek setzte gemeinsam mit dem Pächter des Habsburghauses den Bau einer Materialseilbahn vom
Preiner Gscheid zum Lu-Haus durch. Leider konnte sich Souschek nicht lange daran erfreuen: Er erlag
1930 infolge der damit zusammenhängenden Aufregungen einem Herzschlag.
Karl Swoboda wechselte ins Karl Ludwig-Haus. Allerdings setzte ein tragischer Umfall am
11. März 1931 seinem Leben ein Ende. Er fiel einem Schneesturm zum Opfer.

"Das Erbe als Bewirtschafter trat seine tüchtige Gattin, Frau
Maria Swoboda, unter schwierigsten Verhältnissen an. Durch die tatkräftige und aufopfernde
Unterstütztung ihres Bruders, Herrn Steininger, gelang es der Frau Swoboda, das Haus durch alle
schwierigen und schwierigsten Lagen und Situationen als Erbe einer besseren Zeit, in die Jetztzeit
herüberzuretten. Durch ihren umsichtigen Einsatz wurde im Jahre 1945 viel an Klubvermögen und am
Bestand des Karl Ludwig-Hauses (vor russischen Soldaten) gerettet und erhalten." (ÖTZ, 66. Jg., 1952)

Foto: Helmut Zemann
Das
obige Foto entstand Ende der 30er Jahre. Damals gab es noch Personal mit Kind
und Kegel. In der Mitte Maria Swoboda und ihr Bruder Adolf Steininger. Er hat
für sie die administrativen Arbeiten erledigt, nachdem ihr Mann verunglückt
war. Die Chefin hat intern beim Personal "die Frau" geheißen.
Sitzend neben Maria Swoboda die zweitwichtigste Person: die Köchin. In der
letzten Reihe Zimmermädchen und er "männliche Hilfskraft für
alles". Sie haben später das Habsburghaus gepachtet und noch später
war er Gemeindesekretär in Kapelln. Der Mann mit dem herrlichen Grinser ist
Herr Tirsch, Herrscher über Werkstätte und Seilbahn.
Nach dem Krieg waren am Wochenende eine Kellnerin (Frau Schrittwieser, spätere
Pächterin), die Köchin, eine Küchenhilfe, eine Abwaschhilfe, Herr
Tirsch, ein Hausbursche und zwei Stubenmädchen , die auch beim Servieren
geholfen haben, oben. Adlf Steiniger hat die Reservierungen und den Papierkrieg
erledigt, die Zimmer und Lager verwaltet, Zigaretten, Andenken und Ansichtskarten
verkauft.