Steige und Wege

ie Auflistung der Wege und Steige erfolgt in alphabetischer Reihenfolge.

AkademikersteigHerr Ing. Pichl fand ihn am 27. Oktober 1900 und beging ihn am selben Tage mit den Herren Ed. Gams und Fritz Panzer. Er benannte den Steig zu Ehren der akademischen Sektion Wien des D. u. Ö. A-V. Akademischen Sektionssteig, woraus man der Kürze halber den Namen Akademikersteig bildete.
Alpenvereinssteig Gustav Jahn half Camillo Kronich, dem Pächter vom Otto-Haus, im Jahre 1908 ein Wegprojekt zu realisieren. Die 1907 erbaute Speckbacherhütte (später aus Quellenschutzgründen wieder abgetragen) störte Kronich sehr. Die meisten Bezwinger eines Preintaler- oder Teufelsbadstubensteigs verzichteten angesichts der Speckbacherhütte darauf, noch höher hinauf zum Otto-Haus zu steigen. Kronich beschloß, aus dem Großen Höllental einen Steig zu bauen, der weitab von dieser "Faulenzerfalle direkt zu seinem Haus führe. Begeistert beschrieb er seinen Gästen das neue Wegprojekt und sammelte Spenden für den neuen Steig.
Bei der Trassierung des neuen Weges durch die 600 Meter hohe hintere Loswand gab es ausgerechnet am Fuß der Wand das größte Hindernis: einen Abbruch, der lotrecht, glatt und unersteigbar war, an seiner niedrigsten Stelle 60 Meter hoch.
August Cepl, Wiener Kunstschlossermeister, bezwang die Sechzig-Meter-Wand mit der berühmten Zickzackleiter, "der Prüfstein für die erforderliche Schwindelfreiheit des Touristen. Wer sie anstandslos bewältigt, dem wird das Folgende keine Schwierigkeiten machen. In umgekehrter Richtung kann es aber böse ausgehen, wenn der Tourist der Probe so nahe dem Tale nicht mehr gewachsen ist. Dann bleibt ihm nichts übrig, als die 600 Meter zum Plateaurand wieder hinaufzusteigen!"
1910 wurde dieser neue Steig eröffnet und "Alpenvereinssteig" benannt. (L)
Bärenloch (Kahlmäuer)Vor der Touristik Weg für Einheimische.)
Im Sommer 1877 wurde von den Bergsteigern Fikeis und Krischker das "Bärenloch" touristisch begangen. Damals wurde es auch "Dampflucke" genannt, weil ein betrunkener Jäger diesen schwierigen Weg einmal abgestiegen war und trotz seines "Dampfs" unversehrt unten angekommen war. Fikeis und Krischker gelang der Durchstieg erst nach etlichen Erkundungsgängen von unten und von oben.
BismarcksteigDir. Berger, Arch. Kupka und Fabrikant Hetzel ließen diesen Steig ... auf eigene Kosten erbauen.
Lt. der dort angebrachten Tafel: Errichtet 1899 von der A.G. Reißtaler. Wiederhergestellt 1986 von der Sektion Edelweiß des Oe. Alpenvereins.
DanielsteigEr wurde 1880 von Daniel Innthaler gefunden und im folgenden Jahr mit Dr. Eduard Suchanek begangen.
Gaislochsteig (Loswand)Zuerst war der Gaislochsteig nur durch ein vom ÖTK angebrachtes (von Hrn. Türcke gespendetes) Drahtseil gesichert. Die Herstellung des Steiges verdankt man Hrn. Guido List, welcher am 8. Mai 1879 bei einem damals entschieden lebensgefährlichen Anstiegsversuche über die Felsen eine senkrechte Höhe von mehr als 20 m hinabfiel, ohne sich dabei erheblich zu verletzten. In dankbarer Erinnerung an diesen glücklichen Sturz ließ er die gefährlichsten Stellen auf eigene Kosten mit Klammern und Ketten versichern. Am 28., 29 und 30. November 1870 befestigten 8 Holzknechte 6 Zentner ketten in einer Länge von 48 Metern.
Schon vorher soll der Gaislochsteig auf Veranlassung des Erzherzogs Johann mit Ketten versehen worden sein. Die vom Wasser überrieselte Wand ist jedoch einem fortwährenden Zerstörungsprozeß ausgesetzt, der durch Loslösung einzelner Felspartien immer wieder die bereits befestigten Anstiege unzugänglich macht.
Eine Gedenktafel erinnert an Franz Podgorski und Rudolf Stölzle, die 1892 aus den Wänden des Wilden Gaislochsteigs abstürzten.
GamsecksteigErster Felsensteig für Touristen, der auf der Rax angelegt wurde. Sein Verlauf wurde nach vielen Erkundungen zunächst theoretisch festgelegt. Dann ließ der Bauherr (ÖTK) Felsen sprengen, Eisenketten und Drahtseile anbringen und auch eine Leiter aufstellen.
Nachdem der Gamsecksteig auch markiert worden war, konnte er im Jahre 1875 eröffnet werden. Er ist vor allem als Verbindungsweg zur Schneealpe angelegt worden, und bald nach seiner Eröffnung wurde die Dreigipfeltour Schneeberg - Rax - Schneealpe modern.
Hans von Haid-Steig (Preinerwand)1910 arbeitete Cepl am Alpenvereinssteig. Gleich darauf begann er mit der Arbeit an einem neuen Weg durch den steilsten Teil der Preinerwand. Auch für diesen Steig trug Camillo Kronich die Kosten und führte Gustav Jahn die Wegerkundung im Gelände durch. Cepl brachte die eiserne Einstiegsleiter, die Stifte, Klammern und Drahtseile in der senkrechten Wand an.
1913 wurde der Steig eröffnet und nach dem Vorstand der AV-Sektion Reichenau "Hans von Haid-Steig" benannt.
1921 war dann auch der Untere Haidsteig fertiggestellt. (L)
Karl Kantner SteigAbkürzung des Schlagenweges. Der ehemalige "Karl Franz Josef-Steig" wurde auf Kosten des Kommerzialrates Alfred Mayer erbaut, im Oktober 1908 eröffnet und nach dem verstorbenen ÖTK-Mitglied Amtsrat Karl Kantner umbenannt.
Klobenlieben = zerspalten; ein durch Spalten abgesondertes Stück. (R.)
Königsschußwandtsteig (Preinerwand)1906 eröffnete A. Cepl einen neuen Durchstieg durch die Königsschußwand (= alter Name für Preinerwand), mit Hilfe des von ihm erfundenen Kletterapparates. Dieser Königsschußsteig ist einer der kühnsten Eisenwege, die bis heute gebaut wurden. Er geriet später in Vergessenheit und wurde erst 1947 wiederentdeckt.
LosenbüchlLonbohel, losen = lugen, ausschauen. (R.)
Martin-SteigDer "Neue Wetterkogelsteig" auf der Rax, der vom Aufstieg zum Gretchensteig durch die Raxenmäuern direkt zum Karl-Ludwig-Haus führt (rote Marken), wurde in "Martin-Steig" umgetauft. Damit wird dem alten, treubewährten Hüttenwärter der Reißtaler, Martin Payer, ein bleibendes Andenken auf dem Berge gewidmet, dem er durch ein Menschenalter seine Dienste weihte. (ÖTZ, Mai 1927, 47. Jg.)
NarrensteigDieser wurde 1880 von Luis Friedmann begangen.
Teufelsbadstubensteig (Loswand)1876 fanden die ersten Versuche statt, den sagenhaften, Anfang des 19. Jhdts. angelegten Jagdsteig, durch die Teufelsbadstube wiederzufinden. Auch Heinrich Heß, der berühmte Erschließer des Gesäuses, beteiligte sich an einigen der vielen (vergeblichen) Erkundungen. Erst im Sommer 1877 gelang Dr. Wratislaw Fikeis und Franz Krischker die Wiederentdeckung. Sie fanden zunächst nicht den Originaleinstieg des Steiges, sondern kletterten direkt über die Wand hinauf in den großen Badstubenkessel - dieser Anstieg wird heute "Wilde Teufelsbadstube" genannt.
Die Wiederentdeckung des Teufelsbadstubensteiges war für alle Raxfreunde eine Sensation, da man in dem Steig den einzig möglichen Durchstieg durch die "senkrecht und meist spiegelglatte, teilweise sogar leicht überhängende" Loswand sah.
1894 wurde der Steig vom ÖTK vollkommen neu und solide gesichert und dadurch auch sehr bald zum beliebtesten Felsensteig der Rax. Wer heute beim Aufstieg über die große Leiter genau auf die Felschen schaut, kann dort noch die (zum Teil mit Blei gefaßten) Löcher erkennen, in denen einst die "Eisenstifte mit den hölzernen Stufen" des Ur-Teufelsbadstubensteiges steckten. (Lukas)
Der "Wilde Teufelsbadstubensteig" = "Holzknechtsteig".
TeufelsluckenDiese Lücken soll der Teufel einst, unbekannt ist bei welcher Gelegenheit, zur Durchfahrt benutzt haben. (R)
Wiener Neustädter-Weg (Loswand)Zu Beginn des 20. Jhdt. erwog die Bezirkshauptmannschaft von Wiener Neustadt allen Ernstes, den Unglücksfällen auf der Rax ein Ende zu machen, indem man von den Bergsteigern vor dem Begehen eines schwierigen Steiges ein alpiner Befähigungsnachweis verlangt werden sollte. 1902 wurde der steile Felsgrat links des Teufelsbadstubenkessels erklettert, und als Protest gegen diesen eigenartigen Vorschlag "Wiener-Neustädter-Weg" genannt. Der im Jahre 1902 von Otto Laubheimer, Viktor Schwenk und Stögmüller gefundene Weg war damals das Nonplusultra im Raxfels. (Gedenktafel Dr. Kanitz)
WildfährteIm Sommer 1877 wurde von Ernst u. Rudolf Leonhard die Wildfährte touristisch begangen.
ZerbenriegelsteigEr wurde 1878 vom Bergführer Daniel Innthaler entdeckt und mit den Brüdern Dr. Emil und Otto Zsigmondy durchstiegen.
Zsigmondy-GamseckDieses wurde 1883 erstmals von den Brüdern Zsigmondy begangen.

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