Als Gott meinen Körper schuf, befaßte er sich nicht nur mit dem meinigen alleine, sondern bastelte an allen möglichen Staturen, die zum Liefertermin fertiggestellt sein mußten. Die Zeit war ihm knapp und so herrschte denn in seiner himmlischen Werkstatt ein heilloses Durcheinander von Köpfen, Gliedmaßen, Leibern, Beinen und allerhand anderen Kleinigkeiten, die der Allmächtige benötigt, um seine Meisterwerke zu vollenden.

Er gab mir einen Leib, schlank von Gestalt, passende Arme, lange Beine, sowie einen ganz ansehnlichen Kopf mit dichtem Haar, für den ich mich auf Erden nicht zu genieren brauchen würde.

Bei den Füßen angelangt störte ihn ein Engel, worauf der Herr geistesabwesend in die falsche Lade langte: Größe 41 stand auf ihrem Schild zu lesen. Diesen Mißgriff ignorierend schickte er mich angesichts der langen Füße auf die Seite der Männer - er hatte damals wirklich einen ganz schlechten Tag -, um gleich anschließend zur Verteilung der Brüste überzugehen.

Der himmlische Vater bemerkte meinen Protest erst, als beinahe alle dieser Zeichen kindernährender Weiblichkeit an die anwesenden Frauen angebracht waren. Wie am letzten Tag des Winterschlußverkaufs waren die besten Stücke bereits vergeben. Übrig geblieben war nur ein mickriges Paar, welches eigentlich für einen Zwitter bestimmt gewesen wäre, und mit dem ich mich wohl oder übel begnügen mußte.

Als Gott mich abschließend betrachtete - die hagere Gestalt mit den langen, wie Entenflossen anmutenden Füßen und dem verschwindend kleinen Brüstchen - meinte er mitleidig in seiner großen Güte:


"Schön bist du nicht. Aber zum Ausgleich gebe ich dir ein Paar sehr geschickte Hände und ein gut funktionierendes Gehirn, damit du sie auch einzusetzen weißt!"