-BEZIRKE

10. Bezirk, Favoriten

Favoriten verdankt seine Entstehung dem Industriezeitalter. Im Vormärz gab es im ganzen Gebiet nur den "Roten Hof", ein altes Jagdschloß, und das Alte Landgut, ursprünglich eine Ziegelei am stadtseitigen Ende der htg. Favoritenstraße. 1834 wurde es in ein Casino umgestaltet - angeblich das "größte Café der Welt". Hier spielten Lanner, Morelli und Fahrbach auf. Doch bereits 1851 war es mit der Herrlichkeit vorbei. Der Garten wurde in einen Acker umgewandelt, die Festräume wichen einer Fabrik, die 1871 demoliert wurde. Als man ab 1850 systematisch Wohnkasernen für die in die Stadt strömenden Arbeitermassen baute, entstand die "Siedlung vor der Favoritener Linie" (diese wiederum hat ihren Namen vom ehemaligen Lustschloß "La Favorita"), aus der sich schließlich der Einfachkeit halber der Name "Favoriten" bildete.

Teilansicht des 10. Bezirks mit planmäßiger Anlegung der StraßenUnter Wiens 23 Bezirken nimmt der 10. eine Sonderstellung ein. Alle anderen Außenbezirke waren ursprünglich Dörfer, die im Zeitalter der Industrialisierung expandierten und von Wien aufgesogen wurden. Favoriten hingegen ist ein produkt der industriellen Revolution und wurde, was auch aus der Karte ersichtlich ist, relativ planmäßig angelegt.

Spinnerin am Kreuz: Zu dieser 16 m hohen Säule gibt es eine Sage, die jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Tatsächlich wurde dieser tabernakelartige Steinpfeiler 1452 vom Combaumeister Hans Puchsbaum geschafffen. Und weil am Wienerberg die Stadtgerichtsbarkeit endete, wurden hier bis 1868 die öffentlichen Hinrichtungen vollzogen.

Favoriten


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