-SEHENSWERT

Das Wiener Blindenleitsystem

Wer in der U-Bahn auf den Boden oder an manchen kürzlich gebauten Kreuzungen auf den Gehsteig schaut, findet parallel verlaufende Rillen eingefräst. Blinde Menschen ertasten sie mit ihrem Stock und werden von ihnen sicher zu den Ausgängen bzw. an Ampeln zur Hauswand geleitet.


Manche stört es, wenn es an einer Ampel ständig tickt - manchmal langsam, manchmal schnell. Das Ticken zeigt blinden oder sehbehinderten Menschen an, ob die Ampel für sie frei oder gesperrt ist.
Aber auch die Aufmerksamkeit somanchen gut Sehenden, der an der Kreuzung eifrig ins Gespräch vertieft den Wechsel auf die Grünphase für Fußgeher verpaßt hat, hat das Ticken wieder auf das Verkehrsgeschehen gelenkt.

Tickende Ampelkästen zeigen Blinden, wie die Kreuzung aussieht. Foto: Tjaky
Die blauen Kästen, die an immer mehr Ampelpfosten in Wien hängen und ticken, haben noch eine weitere Bedeutung. Hier können Blinde ertasten, wie der Fußgängerübergang vor ihnen aussieht. An den auswechselbaren Plättchen können sie sich informieren, aus welcher Richtung die Fahrzeuge kommen und wie viele Fahrbahnen bzw. Gleise zu überqueren sind.


Österr. Blinden- und Sehbehindertenverband
Österreichischer Blinden- und
Sehbehindertenverband