-EINKAUFSTRASSEN, MÄRKTE

Der Brunnenmarkt    

Brunnenmarkt. Foto: Tjaky"Ich gehe auf den Balkan", sage ich, wenn ich auf den Brunnenmarkt einkaufen gehe. In meiner Kindheit waren die Standler allesamt noch Bauern aus der Umgebung Wiens. Inzwischen haben sich am Brunnenmarkt viele türkische und griechische Standler und Geschäfte etabliert.

Handeln ist, wie auf den Märkten in Südeuropa, inzwischen Pflicht. Besonders preisgünstig kann man gegen Ende des Tages am Brunnenmarkt oder gegen Mittag auf dem Bauernmarkt am Yppenplatz einkaufen, denn der Brunnenmarkt ist ein Relikt einer alten, fast schon verschwundenen Marktform. Er ist einer der beiden reinen Staßenmärkte Wiens und sämtliche Marktstände werden nach Marktschluß abgebaut und abtransportiert. Da sind die Standler über jedes Stück Gemüse froh, das sie nicht wieder in ihr Lager in einer der Seitengassen zurückbringen müssen.

Die Wurzeln des Brunnenmarktes gehen bis 1830 zurück. Damals entwickelte sich in der Thaliastraße ein kleiner Markt, der sich später bis in die Brunnengasse ausdehnte und 1973 mit dem Yppenmarkt zusammenwuchs. Heute ist er mit 163 transportablen Ständen der größte Straßendetailmarkt Europas.

Brunnenmarkt um 1900.Die Elisabethgasse wurde schon seit 1786 inoffiziell Brunnengasse genannt. An der Kreuzung mit der Neulerchenfelder Straße ließ Josef II. einen Auslaufbrunnen errichten, der an die Hochquellwasserleitung angeschlossen war und die Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgte. Erst 1873 erhielt die Straße die amtliche Bezeichnung Brunnengasse. Der Brunnen wurde 1872 wieder entfernt. Der Name ist geblieben.