-SEHENSWERT

Die Donau-City

Ursprünglich war es eine schöne Donau-Aulandschaft, auf der eine Mülldeponie angelegt wurde. Anläßlich der "Wiener Internationalen Gartenschau" (WIG 1964) wurde die Miststätte oberflächlich saniert und in einen schönen Park umgestaltet. Die Ausstellungshallen wurden nach der WIG teilweise als Sporthallen weiterverwendet.

Den Donaupark durchfließt ein künstliches Gewässer, auf dem sich einst auch eine sehr beliebte Seebühne befand, die dann baufällig und entfernt wurde. Zur Zeit der Gartenschau bewegte sich auch noch ein 2.208 m langer Sessellift durchs Gelände und eine Liliputbahn zog fröhlich pfeifend ihre Runden.

Die Grundsteinlegung zum Donauturm erfolgte bereits zwei Jahre vor der WIG. Er wurde nach Plänen von Hannes Lintl erbaut. Die Geldmittel kamen aus privater Hand. Das Restaurant sowie das darunterliegende Café drehen sich einmal pro Stunde um die eigene Achse. Es ist wirklich ein Erlebnis, im Turbolift hinaufzufahren, oben gepflegt zu dinieren und gleichzeitig - schönes Wetter vorausgesetzt - die Aussicht weit über Wien hinaus zu genießen. Insgesamt ist der Turm 252 m hoch - 115 m höher als der Stephansdom.

Denkmäler und Kunst im Donaupark:
Paracelsus-Denkmal (1493 - 1541): umgeben von einem Heilkräutergärtchen. Sein richtiger Name war Aureolus Theophrastus Bombastus
von Hohenheim.
Simon Bolivar (1783 - 1830): südamerikanischer Freiheitskämpfer, General und Staatengründer. Wieso der ein Denmal in Wien bekommen hat, finden wir auch noch heraus!
Leherb: keramisches Relief
Anna-Freud-Skulptur
Hubert Wilfan: Klangbrunnen
Roland Göschl: Plastik
Karl Anton Wolf: Figuren aus Maschinenteilen.
Das Papstkreuz erinnert an die Eucharisitiefeier von Johannes Paul II. im Rahmen des Katholikentages am 11. September 1983 auf der "Papstwiese".

1976 stürzte die Reichsbrücke ein. Ihr Neubau wurde gleich mit dem Einbau von modernen U-Bahn-Röhren verbunden.

Bereits 1967 wurde mit der Planung des Vienna International Centre begonnen, dem internationalen Amtssitz und Konferenzzentrum der UNO. Nach einem Entwurf von Johann Staber wurde der Bau 1973 begonnen und 1979 seiner Bestimmung übergeben.

Im selben Jahr (1979) wurde das Islamische Zentrum (21, Hubertusdamm 17) mit seinem 32 m hohen Minarett eröffnet. Es beherbergt auch eine Koranschule,eine Bibliothek und einen Festsaal.

1987 wurde das Austria Center Vienna fertiggestellt.

1991 erhielt der Stadtteil mit seiner teilweisen Überplattung der Donauufer-Autobahn nach politischer Zustimmung den Namen Donau-City. Man hätte sie jedoch besser "Tower-City" genannt. "Wien soll eine Sky-Line bekommen", lautete damals das Schlagwort.
Der Bauplatz für die bereits in Bau befindlichen sowie für die geplanten Projekte stellt sich immer als tiefe Baugrube dar, da die Altlasten der ehemaligen Mülldeponie im Zuge der Bauarbeiten gänzlich beseitigt werden.

Im Umfeld der Donau-City entstand der von Harry Seidler projektierte Wohnpark Neue Donau mit 530 Wohnungen, einer Volks- und Hauptschule sowie einem Kindertagesheim ... und dem Mischek Tower mit 35 Stockwerken und 110 m Höhe ist er das derzeit höchste Wohngebäude Österreichs. Unter ihm befindet sich das zweitgrößte Einkaufszentrum Österreichs.

Neben ihm wird der Saturn Tower entstehen.

In vorderster Front der Donau City, der überdachten Autobahn und der Donau zugewandt, wird der ca. 100 m hohe Ares Tower stehen. Baubeginn des von Neumann & Partner geplanten 26geschoßigen Gebäudes war am 27. September 1999, im März 2001 war er fertiggestellt.

Daneben, flußabwärts gesehen, ist das Gebäude der CETAS/Euro Control (Europäische Flugraumüberwachung) geplant. Hier soll sich dann der Sitz der internationalen Flugsicherung für den osteuropäischen und Teile des südeuropäischen Raum befinden. Der Betrieb soll 2006 aufgenommen werden.

In direkter Nachbarschaft in der Sky-Line werden sich die DC Twin Towers befinden, die nach Entwürfen der Architekten Arata Isozaki & Associates und Gustav Peichl & Partner entstehen. In weiser Voraussicht wird das Hochhauspaar von der Gemeinde Wien bereits als neues Wahrzeichen Wiens gepriesen. Der höhere Turm mit 37 Etagen mißt 138 m, während der kleine 35 Stockwerke hat und 126 m hoch ist.

Da neben den DC Twin Towers auch noch das im Sockelbereich entstehende Entertainment Center sowie der bereits seit 1995 fertiggestellte Business Park Vienna von der "Wienerberg City" Errichtungsges.m.b.H. projektiert und umgesetzt wird, könnte man glauben, daß es nach dem Tochterunternehmen der "Wienerberger Baustoffindustrie AG" "Wienerberger City" benannt wurde ... Irrtum! Der Zufall will es, daß sich die Anlage am höchsten, südlichen Punkt in Wien befindet: dem Wienerberg.

Das Entertainment Center mit einer Nutzfläche von 11.500 m² bietet den Bewohnern der Donau-City ein reichhaltiges Freizeit- und Unterhaltungsangebot: ein Kinocenter mit 10 multifunktionalen Sälen und 2.350 Sitzplätzen, ein Vergnügungszentrum für die ganze Familie, Themenrestaurants und Erlebnisgastronomie sowie ein Fitness-Center.

Das Startprojekt, der Business Park Vienna, ist das erste multifunktionale Bürozentrum in Wien und wird als voller wirtschaftlicher Erfolg präsentiert, denn nach der Fertigstellung 1995 konnte bereits Anfang 1996 ein Vermietungsgrad von 100 % erreicht werden. Beachtlich, betrachtet man die zur Verfügung stehenden Flächen: 65.600 m² Büros, 4.000 m² Geschäfte, 1.500 m² Restaurants, 46 Business Appartements und 1.039 Stellplätze in drei Tiefgaragen. Außerdem bieten sich im Hotel Holiday Inn noch 176 Betten zur Nächtigung an.

Nicht in der Front, sondern weiter hinten zum Vienna International Center hin, steht der vom österreichischen Architekt Prof. Wilhelm Hozbauer geplante 110 m hohe Andromeda Tower. In den Sockelgeschoßen finden sich Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, in den oberen Etwagen Büros, die durch eine flexible Raumteilung eine individuelle Umgestaltung ermöglichen.

Weitere in Planung befindliche Projekte sind ein multifunktionales Freizeitzentrum im südöstlichen Bereich der Donau-City, ein Experimentarium zum besseren Verständnis moderner Technologien, sowie ein Kulturbau auf der Überplattung der A22 Donauufer-Autobahn.

Hochwasser August 2002