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Am
Neuen Markt (1. Bezirk) befindet sich eine der schönsten barocken Brunnenanlagen
Wiens: der Donner-Brunnen, der eigentlich Providentia-Brunnen heißt. 1739
wurden von Georg Raphael Donner die Modelle geschaffen, ausgeführt hat sie
in zweijähriger Arbeit Johann Nikolaus Moll.
Die Dame in der Mitte verkörpert Providentia, die "glückverheißende
Vorsehung". Sie ist umgeben von vier allegorischen Figuren am Beckenrand,
die österreichische Flüsse symbolisieren: der Jüngling die Traun,
der Greis die Enns und die beiden Frauengestalten die March und die Ybbs.
Donner soll in ein Mädchen namens Simonette verliebt gewesen sein. Ihre hübschen
Gesichtszüge hat er der "March" (erkennbar an dem Relief mit dem
"Regenwunder") verliehen. Tatsächlich hieß das Vorbild Sophie
und war die zweite Frau des Hausherren und Lebzelters Georg Neuhausers. Die "Ybbs"
wurde nach seiner Frau Elisabeth geschaffen.
G'schicht'ln ranken sich um die Person, der wir es verdanken, daß es die
vier Brunnenfiguren noch gibt. Einmal soll es ein kleiner Beamter gewesen sein,
ein andermal ein Künstler. Tatsache ist, daß die sittenstrenge Kaiserin
Maria Theresia die nackten Figuren anstößig fand und 1770 Anweisung
gab, sie einzuschmelzen. (Der Brunnen trägt kein kaiserliches und kein religiöses
Symbol und wurde von den Bürgern Wiens finanziert - was wohl die Kaiserin
mehr wurmte als ein paar spärlich verdeckte Brüste.) Die Figuren wurden
abgebaut und ins Materialdepot des Bürgerlichen Zeughaus gebracht. Dort entdeckte
sie der kunstverständige Beamte - oder der Bildhauer Johann Martin Fischer
(möglich, daß der neben seiner Tätigkeit als Künstler auch
als kleiner Beamter agierte). Wer immer dem Befehl der Kaiserin zuwider handelte
- 1801 wurden sie wieder aufgestellt.



Heute befinden sich die empfindlichen Bleiguß-Originale als Prunkstücke
in der Sammlung des Barockmuseums im Belvedere. Am Brunnen selbst stehen Abgüsse
aus weniger empfindlicher Bronze.
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