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Um einen attraktiven Anziehungspunkt
für den schlecht besuchten und von der Bevölkerung wegen der langen
Anfahrt abgelehnten Zentralfriedhofs zu schaffen, faßten 1881 die Gemeideväter
den Plan zu einer Ehrengräberanlage und "berühmten Persönlichkeiten
eigene Grabstätten im Central-Friedhof zu widmen". Diese Ehrengräber
stehen auch unter der Obhut der Stadt Wien.
Mit der Überführung bereits vor der Entstehung des Zentralfriedhofs
verstorbener und auf anderen Friedhöfen beigesetzter verdienter oder berühmter
Persönlichkeiten - eine Praxis, die noch bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts
beibehalten wurde - sowie der Neuzuerkennung von Ehrengräbern war die Grundlage
der wohl bedeutendsten Ehrengräberanlage der Monarchie geboren.
1883 wurde nach den Plänen des Gartenarchitekten Lothar Abel die bereits
von den Architekten Mylius und Bluntschli vorgesehene Errichtung der Ehrengräberanlage
in Angriff genommen. Die Rechnung ging auf, die Ehrengräber erweckten das
Interesse der Öffentlichkeit, und viele Menschen nahmen an der Beisetzung
berühmter Persönlichkeiten Anteil. Prunkvolle Beisetzungen wurden ab
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu "öffentlichen Ereignissen".
In Wien gibt es Ehrengräber nur auf dem Zentralfriedhof, dabei stellt die
Zuerkennung eines Ehrengrabes die höchste Auszeichnung dar, welche die Stadt
Wien über den Tod hinaus zu vergeben hat. Daneben gibt es noch die ehrenhalber
gewidmeten Gräber, die wohl an bevorzugten Stellen liegen, jedoch auf das
ganze Areal verteilt sind. Auf dem Zentralfriedhof gibt es derzeit 338 Ehrengräber
und 571 ehrenhalber gewidmete Gräber.
Quelle: Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof - incl. Lageplan
und Erklärung der Ehrengräber, erhältlich am Zentralfriedhof, öS
50,-.
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