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Das erste Gaswerk in Wien stand beim Kärntnertor
und betrieb ab dem 8. Juli 1818 25 Straßenlaternen - ein Versuch vom Wiener
Polytechnischen Institut, der heutigen Technischen Universität. 10 Jahre
später entstanden in der Roßau und in Fünfhaus die ersten privaten
Gaserzeugungsgesellschaften. Als das Gaswerk in Fünfhaus 1842 in die roten
Zahlen geriet, erwarb die englische "Imperial Continental Gas Association"
das Werk, bald darauf auch jenes in Roßau. Mit dieser Monopolstellung baute
sie das Netz aus.
Die
Gemeinde Wien wollte sich bereits 1872 von der "ICGA" trennen, doch
endlose Diskussionen im Gemeinderat verzögerten die Realisierung einer gemeindeeigenen
Gasversorgung immer wieder. Erst im Jahr 1892 gelang der Beschluß. Die endgültige
Trennung erfolgte 1899, als die Verträge ausliefen. Unter dem damaligen Bürgermeister
Dr. Karl Lueger wurde 1896 - 1899 unter Hochdruck das Simmeringer Gaswerk mit
seinen - seit 1978 unter Denkmalschutz stehenden - Gasometern errichtet.
Der Gas-Schieber (Bild links), Bj. 1896, Durchmesser 1200 mm, wurde im Zuge der
Erbauung des Gaswerks Simmering gefertigt und war in eine Behälterausgangsleitung
integriert. Seine Aufgabe war einerseits die Unterbrechung des Gasflusses, andererseits
diente er auch der händischen Druckregelgung, um den Gasdruck im städtischen
Rohrnetz trotz verschiedener Füllstände auf gleichem Niveau zu halten.
Am
28. Dezember 1896 wurde mit dem Bau der vier 75 m hohen Gasometer begonnen. 47
Mio. Ziegel und Rohrnetzbestandteile von 67.000.000 kg wurden herangeschafft.
Jede der vier Behälterglocken faßte 90.000 m³ Gas. 1909 wurde
ein fünfter Gasometer errichtet, der jedoch 1982 wieder abgerissen wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg mußten Millionenbeträge in die Beseitigung
von Kriegsschäden sowie in die Verbesserung der Gasqualität investiert
werden. Im Herbst 1965 wurde ein zusätzlicher Schraubenbehälter errichtet,
der nach einer Bauzeit von drei Jahren in Betrieb ging, um besonders an Feiertagen
zu Spitzenzeiten den Gasfluß für die Wiener sicherzustellen.
Durch
die Umstellung auf Erdgas wurden die Gasometer nach und nach stillgelegt und einer
von ihnen in den letzten Jahren als Veranstaltungshalle genutzt, der man ein 4fach-Echo
nachgesagt hat. Außerdem wurde das Gebiet 1986 bei den Dreharbeiten für
den James-Bond-Film "Living Daylights" genutzt.
Nun werden sie umgestaltet. Neben Wohnungen und einem riesigen Einkaufsareal entsteht
auch ein besonders schalldicht gebautes Veranstaltungszentrum.
Verbunden mit kühner Architektur sollen die renovierten, historischen Gasometer
- auch durch die Anknüpfung an die U3 mit einer eigenen Station - bald zur
Touristenattraktion werden.
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