Die Karlskirche
1713 wütete in Wien die Pest. Sie raffte ca. 8.000 Menschen dahin. Da schwor
Kaiser Karl VI., dem Pestheiligen eine Kirche errichten zu lassen, wenn die Seuche
verschwinden würde. Im Jahr darauf erlosch die Krankheit. Karl hatte sein
Versprechen nicht vergessen. Er ließ einen Wettbewerb ausschreiben, den
J. B. Fischer von Erlach gewann.
Die
Kirche steht auf erhöhtem Terrain, damals lag sie noch ein Stück außerhalb
von Wien, nahe dem zu dieser Zeit noch unregulierten Wienfluß. Ausschlaggebend
für die Wahl ihres Standortes war, daß sie auf dem Weg zwischen der
Hofburg und der "Favorita", dem Sommersitz des Kaisers (htg. Theresianum),
lag. Weiters befand sich ein Großteil des Baugrundes in kaiserlichem Besitz.
Die Kosten für die neue "Reichskirche" wurden durch Spenden aller
habsburgischen Länder gedeckt.
Die Grundsteinlegung fand am 4. Februar 1716 statt. Als Fischer von Erlach am
5. April 1723 starb, wurden die Bauarbeiten unterbrochen. Joseph Emanuel Fischer
von Erlach setzte das Werk seines Vaters mit einigen Änderungen fort. 1733
war die "Karlskirche", die aber nicht nach ihrem Spender benannt ist
- das würde die katholische Kirche nicht erlauben -, sondern nach dem hlg.
Karl Borromäus (einst Erzbischof von Mailand), fertiggestellt.
Nach
dem Stephansdom ist die barocke Karlskirche das größte und bedeutendste
Gotteshaus in Wien. Der Bau ist fast 80 m lang und 60 m breit. Der höchste
Punkt der Kuppel befindet sich in 72 m Höhe. Die Kirche ist die letzte große
architektonische Verherrlichung der Kombination von politischer und religiöser
Herrschaft, von triumphierendem Katholizismus und habsburgischem Kaisertum. Sie
steht ein bißchen schräg in der Landschaft. Das liegt daran, daß
sie mit der Vorderseite zur Hofburg gerichtet wurde.
Die beiden Triumphsäulen, auf denen das Leben des hlg. Karl, dem Pestheiligen,
dargestellt ist, tragen die Symbole der weltlichen Macht: je eine Krone, die von
vier goldenen kaiserlichen Adlern umgeben ist.
Heiße Diskussionen löste es aus, als man Ende 2000 begann, einen kleinen
"Eintritt" für die Besichtigung der renovierungsbedürftigen
Kirche zu verlangen. Das ist ungewöhnlich in Wien.
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Der
weite Platz vor der Kirche blieb bis heute ein stadtplanerisches Problem. Trotz
einiger Umbauten und dem Versuch der Ansiedlung gastronomischer Betriebe bleibt
er eine Durchzugsstrecke für jene, die wie die Ameisen aus dem Bau aus den
Aufgängen der U-Bahn-Station Karlsplatz strömen.
Wohl fühlen sich dort jedoch die Enten im Bassin vor der Kirche, in dem auch
die Plastik "Hill Arches" von Henry Moore zu finden ist, die der Künstler
der Stadt Wien 1979 geschenkt hat.
Im Park sind die Denkmäler von Johannes Brahms (der im naheliegenden Haus
Karlsgasse 4 starb), Johann Ressel (Erfinder der Schiffsschraube), Josef Mardersperger
(Erfinder der Nähmaschine) und Siegfried Marcus (Erfinder des Benzinmotors)
zu finden. Hinter der Karlskirche steht Christoph Willibald Ritter von Glück
(17145 - 1784).



In einem Eckchen links der
Karlskirche findet man neben in der Sonne dösenden Tauben einige Skulpturen.
Es scheint, als hätte die Stadt Wien nicht gewußt, wohin damit und
sie ohne Rücksicht auf Jahrhundert und Darstellung auf einer Rasenfläche
deponiert.





Im Rahmen der derzeitigen Renovierung der barocken Kuppelfresken der Karlskirche wurde ein gläserner Panoramalift installiert, der auch von Besuchern genutzt werden kann um auf die große Besucherterrasse auf rd. 32 m Höhe zu gelangen. Damit ergibt sich bis zum Abschluß der Restaurierungsarbeiten (voraussichtlich Ende 2005) die einmalige Gelegenheit, die Restaurierungsarbeiten hautnah mitzuerleben und die Fresken des berühmten Barockmalers Johann Michael Rottmayr, welche die Allegorien über die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe darstellen, aus einer ungeahnten Nähe zu betrachten. Weiters besteht die Möglichkeit über einen Treppenaufgang in die sog. Laterne aufzusteigen - mit fast 60m der höchste Punkt der Kirche - von wo sich ein wunderbarer Panoramablick über Wien erschließt! Diese Attraktionen, die wir unter der Devise "Erlebnis Karlskirche" anbieten, sind nur innerhalb der nächsten drei Jahre, während der Restaurierung der Kuppelfresken zu erleben.
Öffentliche
Verkehrsmittel:
U1, U2, U4 Station Karlsplatz
D, J, 1, 2, 62, 65, 57A, 59A Station Oper/Ring
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag:
9:00 - 12:30 Uhr und 13:00 - 18:00 Uhr
Sonn- und Feiertag:
13:00 - 18:00 Uhr
Erhaltungsbeitrag
(Audioguides kostenlos):
Erwachsene: 4,-
Gruppen ab 6 Personen pro Person: 3,-
Schüler und Studenten: 2,-
Kinder bis 12 Jahre: gratis
Panoramalift in die Kuppel:(letzte Fahrt jeweils 15 min vor Schließung)
+ 2,-
Bei Gruppen sind keine Voranmeldungen notwendig!
Ausführliche Informationen über die Kirche auf www.karlskirche.at.