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Im
Mittelalter war sie die Fernhandelsstraße nach Bayern und in die Rheinlande.
Sie verläuft hochwassersicher auf dem Kamm eines Höhenrückens nördlich
des Wienflusses. Seit dem 19. Jhdt. ist sie eine Hauptgeschäftsstraße,
die aus dem dichtverbauten Gewerbe-, Manufaktur- und Handelsviertel hervorgegangen
ist.
In der Gegend der Schottenfeldgasse erstreckte sich ein Seidenmanufaktur-Viertel,
das im Volksmund wegen seiner reichen Bürger als "Brilliantengrund"
bezeichnet wurde.
Beginnen
wir unseren Spaziergang von ihrem Ring-seitigen Ende. Bald finden wir links, oberhalb
der Rahlstiege, den Gänsemädchenbrunnen, ein Werk von Paul Wagner,
1865 für den weiter stadtauswärts liegenden Gänsemarkt geschaffen.
Links in der Windmühlgasse sieht man die Laimgrubenkirche. Da die
ursprüngliche, in die Mariahilfer Straße ragende Klosterkirche der
Karmeliter den Durchzugsverkehr behinderte, baute man dahinter 1906/07 eine Kopie
derselben und riß dann das Original ab. Das Hochaltarbild "Heiliger
Josef" von Joseph Schönmann und die übrige Inneneinrichtung stammen
aus der alten Kirche. 1723 wurde vor der Kirche, zwei Jahre nach der Seligsprechung
von Johannes Nepomuk, seine Statue aufgestellt.
Rechts
steht an der Ecke der Stiftgasse die Stiftkirche. Sie wurde 1739, vermutlich
nach einem Entwurf von J. E. Fischer von Erlach, für die damalige Chaossche
Waisenhausstiftung erbaut. Kaiserin Maria Theresia ließ die Kirche vergrößern
und 1772 durch Johann Henrici den Turm errichten. Die Vorhalle wurde nach dem
Zweiten Weltkrieg in eine Fußgängerpassage umgewandelt. Beim Eingangstor
hat sich ein Grenzstein des städtischen Burgfriedens erhalten.

Das
berühmteste Kaufhaus auf der Mariahilfer Straße (38 - 48) ist der Gerngroß.
Am 7. Jänner 1908 verstarb in der Zieglergasse 2 im 7. Bezirk im Alter von
63 Jahren nach kurzer Krankheit der berühmte Warenhausbesitzer Alfred Gerngroß.
Er stammte aus Fürth bei Nürnberg und war ursprünglich als Handelsreisender
tätig. 1881 gründete er ein Tuchgeschäft, das bald expandierte.
1903 kaufte er den Häuserblick zwischen Kirchengasse und Lindengasse und
beschäftigte 800 Leute, für die er immer sehr viel Verständnis
aufbrachte: Er war einer der ersten, der die volle Sonntagsruhe einführte
und die 19-Uhr-Sperre akzeptierte.
Am 7. Februar 1979 um 22:41 wird im Gerngroß Feueralarm gegeben. Um 22:50
Uhr ist die Feuerwehr zur Stelle, doch da schlagen bereits die Flammen vom Erdgeschoß
bis in den 2. Stock hinauf. Schuld am Brand waren nächtliche Schweißarbeiten
an einer Rolltreppe im Erdgeschoß. Die dabei entstehenden "Schweißperlen"
haben sich am Fett und Staub der Rolltreppe entzündet. Die Arbeiter versuchten
zuerst, den Brand selbst zu löschen. Die automatische Feuermelde- und Sprinkleranlage
war wegen der Schweißarbeiten ausgeschaltet gewesen.
Wegen der starken Flammen- und Rauchentwicklung wurde höchste Alarmstufe
gegeben und die Bewohner der umliegenden Häuser evakuiert. Die Straße
wird abgesperrt. 30 Feuerwehrautos und 550 Mann befanden sich im Einsatz. Um 4:19
des folgenden Morgens konnte "Brand aus!" gemeldet werden.
Auf
Nummer 45 hat sich das aus dem ausgehenden 18. Jhdt. stammende Wohnhaus "Zum
goldenen Hirschen" erhalten - das Geburtshaus von Ferdinand Raimund
(1790 - 1836). Es verbindet in einer weitläufigen Anlage fünf hintereinanderliegende
Häuser und vier Innenhöfe, ein "Durchhaus", das einen Verbindungsweg
für Fußgeher von der Mariahilfer Straße zur Windmühlgasse
darstellt.

Kurz
danach steht man vor der Mariahilfer Kirche (Nr. 55), einer "Mariä
Himmelfahrt" geweihten Wallfahrtskirche. Einst befand sich an dieser Stelle
eine Holzkapelle, in der sich ein Gnadenbild "Maria Hilf" befand - eine
Kopie des Bildes auf dem Mariahilferberg in Passau. Es erfreute sich regen Zustroms,
sodaß man eine steinerne Kapelle errichtete. Nach der Zweiten Türkenbelagerung
entstand dort eine Kirche, in dessen Hochaltar das Marienbild eingefügt wurde.
Die Kirche wurde, nachdem die steinerne Mauer entlang der Mariahilfer Straße
abgetragen worden war, mit dem Pfarrhof durch einen Schwibbogen verbunden. In
einem Kapellenanbau befindet sich der überlebensgroße Christus am Kreuz,
der früher an der Fassade des "Malefizspitzbubenhauses" in der
Rauhensteingasse angebracht war.

Vor der Kirche steht das Haydn-Denkmal von Heinrich Natter (1887), dem
der Gänsemädchenbrunnen hatte weichen müssen.
Das Generaly Center, ein Einkaufsareal, das mit flippigen Geschäften
und ausgefallener Ware eher junges Publikum anzieht, präsentiert die "Straße
der Sieger". Im Boden findet man Metallrahmen mit Fuß- und Handabdrücken
prominenter Sportler. Ganz lustig zu schauen, wer da schon seine Spuren hinterlassen
hat und Fuß- und Handgrößen miteinander zu verlgeichen.
Auf
Nr. 88 befindet sich das Kaiserliche Mobilienmuseum, welches Ende 1998
neu eröffnet wurde.
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