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Schönbrunn

Der schöne Brunnen

Während der Jagd in der Nähe der Katterburg wurde 1600 eine Quelle entdeckt. Sie entsprang zwischen vier Linden, wurde 1642/43 eingefaßt und eine Quellnymphe aus Marmor draufgesetzt, aus deren Brüsten das Wasser quoll. Leider wurde sie 1683 von den Türken zerstört. Damals nannte man den Brunnen "Schöner Brunnen", woraus sich ab 1642 die Ortsbezeichnung "Schönbrunn" ableitete. Bis ins 19. Jhdt. lieferte die Quelle Wasser für die königliche Tafel. Ein Mauleselgespann brachte das Wasser auch täglich in die Hofburg.

Der Kaiser war nicht geizig. Auch die Parkbesucher durften von dem Wasser trinken. Josef Oehler berichtet 1905: "Ein Mann von der Burgwache ist dabey immer mit einem Glase in Bereitschaft, um den Besuchern einen erquickenden Trank davon zu überreichen."

Die Dame, die heute dort den Krug hält, ist die Nymphe Egeria. Sie wurde 1780 von Wilhelm Beyer geschaffen.




Römische Ruine

Lange Zeit war man der Ansicht, daß die Ruine ein Werk Hohenbergs wäre, doch er hat sie lediglich geplant und 1778 fertiggestellt. 1986 wurde nachgewiesen, daß alle steinernen Architekturteile aus dem Schloß Neugebäude in Simmering stammen. Die Ruine, die ursprünglich "Ruine von Karthago" genannt wurde, steht halb versunken in der Erde. Da findet man einen Opferaltar, der von Götterbildern umgeben ist, dort ein Fries, das einem Tempel auf dem Forum Romanum in Rom nachempfunden wurde, mit den Reliefs verschiedener Opfergeräte.

Moldau und Elbe ... in der Baulandschaft. Foto: TjakyNur die beiden Flußgötter "Moldau und Elbe" von W. Beyer stammen nicht aus dem Schloß Neugebäude.

Welche Symbolik verbirgt sich nun hinter dieser Ruine - ein kaputtes Bauwerk, das doch gar nicht zum Prunkschloß und Prachtgarten paßt?

Als "Ruine von Karthago" stellt sie den Untergang dieser Stadt, dem größten Feind des antiken Roms, dar - somit einen Sieg des römischen Kaiserreichs. Weiters symbolisiert sie die Warnung vor Hochmut und Sündenfall, zwei Laster, die schon viele Imperien in den Zerfall getrieben haben. Außerdem soll sie daran erinnern, daß Ruinen Gebäude der Vergangenheit sind und man die Ereignisse der Geschichte nicht vergessen, sondern aus ihnen lernen soll.
Ab 1800 wurde sie immer öfter "römische Ruine" gennant und der Name blieb bis heute erhalten.

2001 wurde sie komplett zerlegt und renoviert.


ObeliskbrunnenDer Obeliskbrunnen

Der Architekt Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg und der Bildhauer Benedikt Henrici haben diese Anlage nach den Entwürfen von Wilhelm Beyer 1777 realisiert. Der Grottenberg war mit Kaskaden und Wasserspielen ausgestattet. Aus dem Mund einer riesigen Maske und aus den Vasen der Flußgötter ergoß sich das Wasser über drei Becken in das große Bassin. Für diesen Brunnen wurde ein eigenes Reservoir angelegt (das spätere Bundessportbad Schönbrunn).

Der zerklüftete Grottenberg symbolisiert die Finsternis und die wilden, ungebändigten Kräfte der Erde. Der Obelisk, der den Weg der Sonnenstrahlen auf die Erde darstellt, steht auf vier Schildkröten, die Stabilität und Ewigkeit versinnbildlichen. Die Hieroglyphen auf dem Obelisken sind frei erfunden (erst ab 1822 konnte man ägyptische Hieroglyphen entziffern!) und erzählen die Geschichte des Hauses Habsburg.

Die wasserspeiende Maske ohne Wasser. Der Brunnen wird renoviert. Foto: Tjaky     Im Moment steht er noch unterm Dach, aber bald wird er wieder in der freien Natur stehen! Foto: Tjaky


Das Wasserreservoir/Bundessportbad Schönbrunn

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Wasserreservoir zum Schwimmbad ausgestaltet, in dem der junge Franz Joseph 1838 Schwimmunterricht erhielt.
1919 wurde die Anlage von der Bundesheerverwaltung übernommen und machte es der Öffentlichkeit zugänglich. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es renoviert, in den 60er Jahren weiter ausgebaut und ist nun, da man sich wieder einmal um die Finanzierung streitet, dem Verfall preisgegeben.




Palmenhaus

1869 begann man, ein derartiges Gebäude zu planen, doch erst 1880 - 1882 wurde das Projekt realisiert und nach Plänen des k.k. Hofsekretärs Franz Xaver Segenschmid durch die Firma Gridl errichtet.

Das Gebäude ist 114 m lang, besteht aus einem 25 m hohen Mittelpavillion und zwei niedrigeren Seitentrakten. Diese drei Teile sind unterschiedlich temperiert: Im Süden (wo ja auch die Sonne mithilft) ist es wärmer wie im Norden.

Vor allem in England beschäftigte man sich in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. mit der Technik der Glas-Eisenkonstruktion, die hauptsächlich für Bahnhofs- und Ausstellungshallen eingesetzt wurde. Das erste Palmenhaus wurde 1844 - 1848 in London errichtet. Das ist Schönbrunn ist das letzte und größte seiner Art auf dem europäischen Kontinent. Die ursprünglich aus 45.000 Schuppen bestehende Glashaut schmiegt sich direkt an die nach außen verlegten kurvigen Eisenträger an.

Im Februar 1945 wurde der Bau von einer Bombe getroffen. 1948 - 1952 wurde es wiederhergestellt. Die Schäden durch Feuchtigkeit und Rost wurden allerdings immer größer, sodaß das Palmenhaus für Besucher lange Zeit geschlossen war.
1986 entschloß man sich zu einer Generalsanierung, die bis 1990 dauerte. Dabei wurde die alte Doppelverglasung durch Verbundglas ersetzt, das leichter zu reinigen ist.

 

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