-SEHENSWERT

Gottfried Kumpf hat das Maskottchen des Tunnelbaues, den "Wiener U-Bahn-Maulwurf" kreiert. Unterwegs mit der U-Bahn U-Bahn

Feierliche Eröffnung des letzten Teilstücks der U-Bahn sowie Enthüllung des neuen Brunnens "Froschkönig" durch Bürgermeister Häupl. Foto: Tjaky"Wie komm ich denn jetzt zur Mali-Tant'?" fragt sich eine ältere Dame an der Bus-Station. "Der 78A fährt ja jetzt nicht mehr." - "Ich such schon die ganze Zeit ein Standl mit Schnaps und Speck - aber ich find' keins", erklärt ein anderer.

Sorgen haben sie, die Wiener, aber zufrieden sind sie trotzdem - denn ab dem 2. 12. 2000 fährt die U-Bahn von Ottakring bis nach Simmering.

Bürgermeister Dr. Michael Häupl enthüllt den von Gottfried Kumpf gestalteten neuen Brunnen "Froschkönig" und eröffnet das neue Teilstück der U3.

1968 beschloß der Wiener Gemeinderat die Errichtung eines U-Bahn-Netzes. 1969 begann der Bau am Karlsplatz, und zwischen 1976 und 1982 konnten nach und nach alle Teilstücke der Linien U1, U2 und U4 eröffnet werden. Zwischen 1989 und 2000 wurden dann die U6 und die U3 fertig gestellt. Die U5 sucht man in Wien immer noch vergeblich.

Wie ein modernes Kunstwerk muten die noch nicht verschalten Kabel am Eröffnungstag in der Station Zippererstraße an. Fot: TjakyDie Gesamtlänge der Wiener U-Bahn beträgt heute 61 km. 5 Mio. m³ wurden beim Bau ausgehoben, das entspricht 2 Cheopspyramiden. 200.000 t Stahl wurden verarbeitet, genausoviel, wie man für 465 Riesenräder benötigen würde. 75 Milliarden öS hat das alles bis jetzt gekostet. 10.000 Arbeitsplätze, verteilt auf ganz Österreich, sind dadurch gesichert.

Die kerbigen Streifen am Boden gehören zum Wiener Blindenleitsystem. Sie sind so angebracht, daß sie von Blinden ertastet werden können, ohne aber zur Stolperfalle für andere Fahrgäste zu werden.

Immer wieder werden bei den Bauarbeiten archäologische Funde gemacht, die dann meist in der nächsten Station ausgestellt werden. Inzwischen gibt es auch eigene U-Bahn-Archäologen.

U-Bahn-Station Simmering am Eröffnungstag. Foto: TjakyAn der neuen Generation der "Silberpfeile" - so werden die silbernen bzw. hellgrauen Züge der Wr. U-Bahn genannt - wird bereits gearbeitet. In Zusammenarbeit mit der Firma Porsche Design und Prof. Helmut Margreiter wurde das Design erarbeitet. Es wird keine getrennten Waggons mehr geben, man kann sich im Inneren des ganzen Zuges bewegen, wodurch sich die Fahrgäste besser verteilen können. 112 m kann der neue Zug lang sein und 900 Fahrgästen Platz bieten. Die ersten Serienfahrzeuge sollen 2004 zum Einsatz kommen.