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Mit fast 3 Millionen Menschen beherbergt
Österreichs größte Totenstadt mehr Menschen als das Wien der Lebenden.
Wie eine Stadt präsentiert sich das 2,5 km² große Areal, welches
mit einer hohen Mauer umgeben ist, deren Tore am Abend geschlossen werden. Auch die Einkaufszentren fehlen nicht.
Wirte und Würstelstandbetreiber vor und um den Friedhof kümmern sich
um das leibliche Wohl der Lebenden. Blumenhändler und Steinmetze sorgen für
die schöne Ausgestaltung der letzten Ruhestätten. Klicke auf die Bilder, um sie zu vergrößern und mehr zu erfahren.
Nicht nur die Reichen siedeln sich hier an. In der Totenstadt gibt es auch Armenviertel. Wird die Gebühr für ein Grab nicht entrichtet, läßt es die Friedhofsverwaltung noch einige Zeit verfallen, dann wird es "recyclet". Der Grabstein und die Einfassung wird abgebaut und vom Steinmetz für einen anderen Toten neu hergerichtet. Das Grab wird geleert und an jemand anderen vermietet. Auch in dieser Stadt ist ein Platz zu wertvoll, um ihn brach liegen zu lassen. Zeit ist Geld - das gilt auch für den Tod. Und mit ihm wurden in Wien schon immer gute Geschäfte gemacht. Von
den Ehren- und Prunkgräbern wird viel berichtet. In jedem Touristenführer
ist vom Zentralfriedhof zu lesen. Durch die Lage am Stdtrand bietet er sich mit
seiner guten Luft und seiner Weitläufigkeit zur Erholung für Lunge und
Nerven an. Viele Wiener nutzen das Gebiet nicht nur am Sonntag für einen
Spaziergang. Für unzählige Touristen ist er ein beliebtes Sight-Seeing-Ziel.
Doch darf man nicht vergessen, daß hier neben all den Edelleuten und Prominenten
auch "ganz normale" Bürger begraben sind.Dem Haupteingang gegenüber, auf der anderen Seite der Simmeringer Hauptstraße, befinden sich auf dem Gebiet des Renaissanceschlosses "Neugebäude" das 1922 von Clemens Holzmeister errichtete Krematorium sowie der Urnenfriedhof. Historisches Die Planung und Durchführung der Bauarbeiten war 1866, als die Errichtung des Zentralfriedhofs in Planung ging, von vielen Diskussionen und harten Kontroversen begleitet. Viele waren dagegen, daß er der erste interkonfessionelle Friedhof Wiens werden sollte und forderten zumindest klare, bauliche Abgrenzungen der einzelnen Bereiche. Konnte man so einen "Mischmasch" überhaupt einweihen, ohne sich Gottes unermeßlichen Zorn zuzuziehen? Ob die deutschen Architekten Karl Mylius und Alfred Bluntschi tatsächlich die Bauaufsicht vernachlässigt haben, bleibt unklar. Tatsache ist, daß die Bauwerke nur sehr langsam fertiggestellt wurden. Den Unmut der Bevölkerung erregte die lange Anreise, die sie für einen Besuch ihrer verstorbenen Angehörigen in Kauf nehmen sollten und die sich, besonders im Winter, als sehr mühevoll herausstellte, denn eine Straßenbahnverbindung gab es noch nicht. Der Zentralfriedhof wurde 1874 eröffnet und eingeweiht. Seitdem wurde er mehrmals erweitert. Erst
1898 wurde Max Hegele mit der Gestaltung der Kirche sowie der Leichenhallen beauftragt.
Von 1907 bis 1910 wurde dann an dem wuchtigen Gotteshaus gebaut. Zu Ehren des
in ihm beigesetzten Bürgermeisters wurde es Dr.
Karl Lueger Gedächtniskirche genannt und 1911 eingeweiht, gilt als
eines der hervorragendsten Jugendstilgebäude in Wien und bildet das Zentrum
in der geometrischen Anordnung der Alleen.
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