-KIRCHEN

Wotrubakirche
Filialkirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit"
auf dem Georgenberg, 23, Mauer, Lange Gasse 137

Die einen sind über die unkonventionelle Gestaltung der Kirche begeistert, die anderen sagen "Stanahaufen" dazu, denn ohne dominante Schauseite ist das Gotteshaus aus verschieden großen, waagrecht und senkrecht, ja sogar schräg gestellten Blöcken zusammengestellt. Bereits vor seiner Fertigstellung wurde über das ungewöhnliche Bauwerk heftig diskutiert und so zum Ausflugsziel von neugierigen Gläubigen, Kunstinteressierten und Architekten.

WotrubakircheDer sakrale Zyklopenbau entstand in Zusammenarbeit mit dem Architekten Fritz Gerhard Mayer, der Wotrubas bildhauerisches Konzept 1974 - 1976 umsetzte und der meist unerwähnt bleibt. Die 157 rohen Betonkuben, die sich zu einem skulpturhaften Ganzen verbinden und teilweise erst während der Errichtung plaziert wurden, stellen für die meisten Menschen das größte und bekannteste künstlerische Vermächtnis Wotrubas dar. Skulptur und Architektur vermischen sich hier in der eindrucksvollen Anhäufung von gewaltigen Betonquardern am Ende der Stadt auf einem Hügel inmitten der freien Natur.

Das Licht fällt durch einfache Glasscheiben - die ohne starres Schema in die unregelmäßigen Zwischenräume zwischen den Bauteilen eingesetzt sind - in den Innenraum, woraus sich unruhige Belichtungseffekte aus sich überschneidenden Lichtbündeln ergeben.

In der angenommenen Längsachse befindet sich zwischen der großzügig verglasten Eingangsfront und der aus einem vertikal gestellten Block gebildeten Altarwand der etwa zentral postierte würfelförmige Altartisch aus Kunstmarmor mit Kerzenleuchtern aus Bronze. An der Altarwand findet sich ein Bronzekreuz, das ein Abguß des von Wotruba für die Hofkirche in Bruchsal geschaffenen Kreuzes ist.

Fritz Wotruba wollte eine zur Meditation einladende Kirche gestalten. Er starb am 28. August 1975 und erlebte die vollendete Umsetzung seiner Pläne nicht mehr.