-BIOGRAPHIEN

Kaiserin Elisabeth - "Sissi"

Das Leben der "Sissi" kennt man aus den gleichnamigen Filmen, wo die Kaiserin von Romy Schneider dargestellt wurde. Die Story ist schnell erzählt.

Sissi entstammt der Wittelsbacher Dynastie, wächst frei und unbeschwert auf, bis sie zufällig Franz Joseph I., Cousin, trifft. Geplant ist, daß er ihre Schwester Helene heiratet. Zum Entsetzen seiner Mutter verlobt er sich aber mit der 15jährigen Sissi, deren Erziehung überhaupt nicht auf das Spanische Hofzeremoniell, welches am Wiener Hof praktiziert wird, abgestimmt ist.

Ankunft am 22. April 1854 an der Schiffsanlegestelle in NußdorfNeun Monate später:
Reise auf rosengeschmücktem Raddampfer donauabwärts nach Wien, Empfang durch die Habsburger im Schloß Schönbrunn, Prunkzug durch Wien in von acht Lipizzanern gezogenen Karosse, 19 Uhr: Trauung in der Augustinerkirche, danach in die Hofburg, Audienzprogramm. Das alles an einem Tag.
Flitterwochen in Laxenburg.

Es folgt: der kaiserliche Alltag. Und damit beginnen die Probleme.
Franz geht den Staatsgeschäften nach, während Schwiegermutter Sophie ihr hartes Umerziehungsprogramm in Angriff nimmt, um aus Sissi eine vorzeigbare Habsburger-Kaiserin zu machen. Für Sissi sind die lustigen Jahre vorbei. Gehaßt von Sophie lebt sie in einer steifen Hofgesellschaft, wo sie nicht einmal bei ihrem Mann Trost findet, denn der ist zu beschäftigt.

Mit 18 Jahren (1955) bringt sie Tochter Sophie zur Welt [hier endet der 3-Teiler "Sissi" mit Happy-End], im Jahr darauf Gisela. 1857 stirbt Töchterchen Sophie. 1858 gebärt Sissi den heiß erwarteten Kronprinz Rudolf. Damit war ihre Funktion erfüllt. Von ihren Kindern hat sie nicht viel - die Schwiegermutter nimmt sie sofort in ihre Obhut und zieht sie auf.
1868 wird noch Töchterchen Marie Valerie geboren, die von Sissi vergöttert wird.

Kaiserin ElisabethFranz zieht in den Krieg gegen Frankreich und Italien, doch ist er, wie Sissi feststellen muß, in amourösen Abenteuern erfolgreicher wie in militärischen. Die junge Kaiserin zieht sich daraufhin von Hof und Kaiser zurück und widmet sich fortan der Körperpflege, ihren Hunden, Pferden und Reisen.

Zwar fällt dem Volk wohl auf, daß sich das Kaiserpaar auseinandergelebt hat und heißt das gar nicht gut. Die Kaiserin hat jedoch sofort wieder alle Sympathien, als man von der Tragödie von Mayerling erfährt: Im dortigen kaiserlichen Jagdschloß nahe bei Wien erschießt aus nie geklärten Gründen Sissis Sohn Rudolf seine Geliebte und dann sich selbst.
Sissi ist darüber so untröstlich, daß sie fortan nur noch Schwarz trägt.

Im Alter ist ihre Gesundheit aufgrund ihrer zahlreichen Hungerkuren stark angegriffen. Gestorben ist sie jedoch eines gewaltsamen Todes. 1898 wird sie in Genf von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni mit einer Feile erstochen.


Kaiserin Elisabeth, Volksgarten. Foto: TjakyDas Denkmal im Volksgarten

An Sissi erinnert in der nördlichsten Ecke des Volksgartens eines der schönsten secessionistischen Denkmäler. Auf der Rückwand des Marmorsockels steht zu lesen: "Ihrer unvergeßlichen Kaiserin Elisabeth errichteten dieses Denkmal in unwandelbarer Liebe und Treue Österreichs Völker 1907".

Sissi. Foto: TjakyDen Platz für das Denkmal im Volksgarten hat zwar Kaiser Franz Joseph selbst ausgesucht, doch erstmals kam der Auftrag zu einem Habsburger-Denkmal nicht vom Hof selbst, sondern von einer Gruppe von Privatleuten, unter ihnen Hofjuwelier Mayer. Vier Jahre nach Sissis Ermordung wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben.
67 Einsendungen gab es, doch das Preisgericht wählte keinen Sieger aus. Die Künstler protestierten und reichten Klage ein. 1904 gab's eine neuerliche, begrenzte Ausschreibung. Hans Bitterlich und Friedrich Ohmann bekamen den Zuschlag.

Drei Jahre später war das Werk vollendet und wurde am 4. Juni 1907 enthüllt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es renoviert.