-RINGSTRASSE


Die Akademie der bildenden Künste

Die Akademie ging aus einer Vereinigung privater Kunstschulen hervor. Im ursprünglichen Stadterweiterungskonzept war für diese Institution kein Platz vorgesehen, doch mit dem Entschluß, das Parlamentsgebäude auf dem Paradeplatz zu errichten, wurde das Areal am Kalkmarkt an der Ringstraße frei und auch von Kaiser Franz Josef für den Bau der Akademie zur Verfügung gestellt.

Bereits zwei Jahre vorher war in der Akademie ein Komitée zur Projektausarbeitung ins Leben gerufen worden, dem u.a. Hansen und Schmidt angehörten, und welches den Beschluß gefaßt hatte, Theophil Hansen den Bau zu übertragen.

Das Bauwerk entstand 1872 - 1877 im Stil der italienischen Renaissance, viergeschößig mit erhöhten Eckrisaliten. Am 3. April 1877 wurde es unter Beisein des Kaisers feierlich eröffnet.

Das Echo, das der Bau fand, war geteilt. Bevölkerung und Fachwelt fanden, daß zwar die Einteilung des Innenraumes sehr zweckmäßig gelungen war, die Außenarchitektur gefiel jedoch nicht. Diese Unzufriedenheit kam auch dadurch zum Ausdruck, daß Unterrichtsminister Stremayr im März 1877 um Auszeichnungen für Hansen und dessen Mitarbeiter ansuchte. Von höchster Stelle wurde den beiden die "Allerhöchste Zufriedenheit" ausgesprochen - zu jener Zeit allerdings lediglich eine bedeutungslose Floskel.