|
Der
Heinrichshof entstand auf 6 Parzellen des Stadterweiterungsgrundes, die
der Wiener Ziegelfabrikant Heinrich von Drasche frühzeitig erworben hatte
und 1860 Theophil Hansen mit
der Bebauung betraute. Drasches Ziegelwerke in Inzersdorf lieferten stark gefragte
und für den Ringstraßenbau dringend benötigte Produkte - ihr Besitzer
zählte bald zu den vermögendsten Privatpersonen Wiens.
Es war Hansens erstes Projekt an der Ringstraße. Seine Aufgabe war es, ein
einheitliches Zinshaus zu bauen. Nicht ganz einfach - auf dem Bauplatz direkt
gegenüber der Oper!
1861/62 errichtete Hansen drei Häuser mit durchgehender Architektur, wobei
das mittlere Haus an zwei Stellen einen Risalit bildete und ein Stockwerk höher
war. Er wählte das Renaissance-Vorbild und wies damit auch die Richtung,
die die Architektur der Ringstraße nehmen sollte.
Die ursprünglich aufgesetzte Balustrade mit der Aufschrift "Heinrich
Drasche 1860" wurde auf Wunsch von Siccardsburg und van der Nüll (den
Erbauern der Oper) durch ein zusätzliches Stockwerk ersetzt und die Pavillions
der Eckrisalite hochstrebender gestaltet, um der Oper ein geeignetes Gegenüber
zu setzen.
Der
Heinrichshof wurde am 12. März 1945 schwer beschädigt und nach Kriegsende
abgetragen. (Schade!)
An seiner Stelle steht heute der Opernringhof, der von den Architekten
Carl Appel, Georg Lippert und Alfred Obiditsch in den Jahren 1955/56 errichtet
wurde.
|