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Bauzustand um 1550 |
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Erweiterungen 2. Hälfte 16./17.
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Zubauten im 18. Jh. |
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Neubauten im 19. Jh |
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Erweiterungen
in der 2. Hälfte des 16. - 17. Jhdt.
Weder Leopold I. noch Joseph I. gelang es, ihre Ausbaupläne für die
Hofburg zu realisieren. Anfang des 16. Jhdts. trat der in Spanien erzogene Karl
VI. die Regierung an und mit ihm gelangte das "Spanische Hofzeremoniell"
zur Blüte. Es wurde von Steifheit und der Distanz des Adels zum Volk geprägt;
das alltägliche Leben des Herrschers wurde zur Theateraufführung aufgebauscht;
das religiöse Element gewann an Bedeutung und Repräsentation stand an
oberster Stelle - was sich besonders an den "Galatagen" - Geburtstage
des Kaiserpaares, Neujahrstag, Feste des Ordens vom Goldenen Vlies uvm. - zeigte.
An diesen Tagen feierte der Adel, was das Zeug hielt - und das Volk durfte dabei
lediglich seine Schaulust befriedigen. (Erst unter dem nüchternen Joseph
II. wurden die prunkvollen Galatage abgeschafft.) Weniger erfreulich am Spanischen
Hofzeremoniell war die Hoftrauer.
Soviel zum Hintergrund der nächsten Bauphase, denn: repräsentativ mußten
natürlich auch die Gebäude sein, in denen der Kaiser und seinesgleichen
feierte.
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Der Ausbau der
Residenz begann mit der Errichtung von
HOFSTALLUNGEN (E) (1719).
An ihrer Lage - weit entfernt von den Wohn- und Audienzgebäuden - ist bereits
ersichtlich, welche Ausmaße die neue Residenz bekommen sollte. Heute werden
die ehemaligen Stallungen als "Museumsquartier"
benutzt.
Der folgende Schritt war die Grundsteinlegung zum
HOFBIBLIOTHEK (htg. NATIONALBIBLIOTHEK) (F) (1721 - 1735)
Karl VI. gab den Auftrag, Johann Bernhard Fischer von Erlach fing 1721 damit an,
sein Sohn Josef Emanuel baute sie 1735 fertig und Nikolaus Pacassi, der Hofarchitekt
Maria Theresias, statte den Bau um 1770 mit Seitenflügeln aus, womit die
Verbindung zur Augustinerkirche auf der einen Seite und zum Reitschultrakt auf
der anderen hergestellt und die Hofbibliothek sowie der Josephsplatz damit komplett
war.
Die
Hauptfassade wird durch einen architektonisch überhöhten Mittelrisalit
gegliedert, auf den ein Kuppeldach aufgesetzt ist. Bezüglich des Viergespanns
über der Attikazone sind sich die Historiker noch einigermaßen einig,
daß die Gruppe 1725 von Lorenzo Matielli geschaffen wurde, die einen behaupten
jedoch, daß hier Pallas Athene über den Neid und die Unwissenheit triumphiert,
die anderen halten es für die Quadriga des Sonnengottes. Die Atlanten, die
riesige Globen schleppen, schuf Hanns Gasser und fügte sie erst im 19. Jhdt.
hinzu.
Hinter der beeindruckenden Fassade verbirgt sich einer der schönsten Barockräume.
Der riesige Bibliothekssaal zieht sich über die gesamte Länge des Platzes und
findet seinen Höhepunkt im Kuppelsaal, der über beide Stockwerke reicht. Die Deckengemälde
stammen von Daniel Grans, der sie 1730 mit dem Kuppelfresko beendete. Bereits
1769 mußten sie von seinem Schüler Anton Maulpertsch restauriert werden,
da sich das Gebäude abgesenkt hatte und unterfangen werden mußte.
Die Malerei in der Hofburg verherrlicht Karl VI. als Förderer der Wissenschaft
und Kunst. Der linke Flügel (er liegt näher zur Hofburg) ist dem Frieden
gewidmet und zeigt die in diesen Zeiten blühenden Künste wie Theorie,
Göttliche Weisheit, Astrologie und Astronomie. Im rechten (Kriegs)flügel
werden die Jahreszeiten unter dem Aspekt der Kriegsführung dargestellt: den
Aufbruch ins Feld, das Getreidemähen, das Trinken und die Heimkehr ins Winterquartier.
Im Zentralkuppelbau mit seinen korinthischen Säulen und Wandpfeilern wird
das Bild des Kaisers zwischen Herkules und Apollo von einem Adler bewacht ("Apotheose
Karls VI., 1769). Das Zentrum ist von einer Vielzahl von Tugenden und Künsten
umgeben. Der Fußboden unter der Kuppel betont ebenfalls mit seinem sternenförmigen
Einlegemuster die Mitte, in der, umgeben von acht Statuen habsburgischer Kaiser,
eine Statue Kaisers Karl VI. von Peter und Paul Strudel als "Hercules der
Musen und Vater des Vaterlandes" steht. Die Goldmedaillons unter den Bücherschränken
zeigen Bildnisse von gelehrten Herren wie Seneca, Horaz, Euklid und Homer.
Die Sammlung der htg. Nationalbibliothek reicht bis ins 14. Jhdt. zurück.
Damals ließ Herzog Albrecht III., ein großer Bücherfreund,
Handschriften anfertigen, von denen sich heute noch einige in den Regalen finden.
Zur Zeit des Himanismus ließ man sogar namhafte Gelehrte wie Celtes und
Cuspinian nach Wien kommen, um die Pflege und Erweiterung der Bibliothek in guten
Händen zu wissen.
Nach dem Tod des Prinzen Eugen erwarb Karl VI. dessen Privatsammlung, die "Bibliotheca
Eugenia", die aus ca. 15.000 Bänden besteht. In ihr wurzelt der
Bestand der htg. Sammlung. Zur Bibliothek Eugens gehörten u.a. Unikate wie
die "Tabula Peutingeriana", die mittelalterliche Kopie eines spätantiken
Originals einer römischen Straßenkarte aus dem 4. Jhdt. sowie der 50bändige
Atlas Balaeu Van der Hem, Amsterdam um 1670, der in seinen Karten die geheimen
Aufzeichnungen der niederländischen und ostindischen Kompanie beinhaltet.
Eugen erstand das Werk um 22.000 Gulden, eine Summe, die heute 10 - 15 Jahreseinkommen
eines Generaldirektors eines großen internationalen Konzers entspricht.
Ende 1990 verzeichnete die Nationalbibliothek einen Bestand von mehr als 2,6 Millionen
Bänden Druckschriften, mehr als 100.000 Handschriften, fast 8.000 Inkunabeln
(= Drucke aus der Zeit vor 1500), mehr als 2,5 Mio. audiovisuelle Objekte, über
17.000 aktuelle Zeitschriften sowie 1,7 Mio. sonstige Objekte ... deren Zahl von
Tag zu Tag ansteigt, denn immerhin landet von jedem gedruckten Stück in Österrerich
- und sei es die kleinste Vereinszeitung - mindestens ein Exemplar im Archiv der
Nationalbibliothek.
Die Sammlung umfaßt Druck- und Handschriften, die Kartensammlung, das Globenmuseum,
die Musik-, Papyrus- und Porträtsammlung, das Bildarchiv, die Theatersammlung
und das internationale Esperanto-Museum.
Am 25. Juni 1992 wurde der Tiefspeicher der Nationalbibliothek eröffnet,
dessen unterirdische vier Ebenen bis weit hinein in den Burggarten reichen.
REICHSKANZLEITRAKT (G) (1723 - 1730).
Die
Aufträge dazu erhielten die erstklassigsten Architekten - denn Prinz Eugen
hatte 1721 begonnen, sich das prachtvolle Belvedere hinstellen zu lassen - dem
sollte die Burg um nichts nachstehen.
Ab 1723 errichtete nach einem Plan von Johann Lukas von Hildebrandt (der auch
viel für Eugen tätig war) der Flügel in der Schauflergasse. Der
Trakt im Innenhof entstand 1726 - 1730 nach Plänen des leitenden Hofarchitekten
J. E. Fischer von Erlach. Die Fassade ist durch drei Risalite mit Portalen (1727
- 1729) akzentuiert und durch kollossale Pilaster aufgeputzt. An den Seitenrisaliten
finden sich Skulpturen von Lorenzo Mattielli; sie zeigen die Taten des Herkules.
In diesem Trakt waren bis 1806, dem Jahr der Niederlegung der römisch-deutschen
Kaiserkrone, die Zentralstellen der Verwaltung des Hl. Röm. Reiches und nach
1806 des Kaisertums Österreich untergebracht.
Später befanden sich hier die Gemächer Kaiser Franz Josephs I.,
die sog. Repräsentationsräume, die auch besichtigt werden können.
Sie umfassen den Großen Audienzsaal und das Audienzzimmer, wo der Kaiser,
an seinem Schreibpult stehend, seine Besucher zu empfangen pflegte. Er, der jeden
persönlichen Aufwand und Luxus verabscheute, hatte in seinen spartanisch
eingerichteten Gemächern nicht einmal Fließwasser - sie, seine Gemahlin
Kaiserin Elisabeth, sehr wohl. Interessant sind auch die zahlreichen Turngeräte
in ihren Räumlichkeiten.
WINTERREITSCHULE (H) (1729 - 1735)
Mit diesem Trakt läßt Karl VI. Joseph Emanuel Fischer von Erlach anstelle
des alten "Paradeisgartels" einen weiteren Repräsentationsbau aufstellen.
Sein Innenraum wird heute ausschließlich für die Vorführungen
der Spanischen Reitschule genutzt, er diente damals jedoch als prunkvolle Kulisse
für die Festivitäten des Herrscherhauses.

Nach wie vor läuft am Hof alles nach
dem Spanischen Hofzeremoniell ab. Karl VI. ist nicht mehr - Maria Theresia
ist an der Macht. Der österreichische Erbfolgekrieg ist beendet. In den folgenden
sieben friedlichen Jahren (bis zum siebenjährigen Krieg) feiert der Adel
seine pompösen Feste - und die Monarchin, der allerdings eher der Ausbau
Schönbrunns am Herzen liegt, braucht auch in der Winterresidenz einen feinen
Ballsaal.
REDOUTENSÄLE (I) (1744 - 1748)
Maria
Theresia ließ das alte Komödien- oder Opernhaus sowie einen kleinen,
den Hofbanketten dienenden Saal vermutlich nach Plänen von Jean Nicolas Jadot
de Ville-Issey durch einen Neubau ersetzen, der von Johan Ferdinand Hetzendorf
von Hohenberg ausgestaltet wurde. Die sog. Redoutensäle (Redoute = Maskenball)
sollten, wie der Name schon sagt, zur Veranstaltung von Maskenbällen Platz
bieten. 1749 wurde auch eine Steige eingebaut, die die Säle mit den kaiserlichen
Gemächern verband. 1767 wurde die Fassade des Gebäudes vorverlegt.
1814/15 standen die Veranstaltungen des Wiener Kongresses in den Redoutensälen
im Mittelpunkt. Das Ereignis begann mit einer Redoute, an der angeblich 120.000
Menschen teilgenommen haben. Die Winterreitschule und die Redoutensäle waren
für das Fest mit ca. 8.000 Kerzen erhellt. Allerdings mußte man nach
dem Ball feststellen, daß von den 10.000 silbernen, mit der Kaiserkrone
geprägten Tee- und Eislöffeln ein Viertel im Gewühl "verloren
gegangen" waren.
Am 27. November 1992 standen die Redoutensäle abermals im Mittelpunkt
journalistischer Berichterstattung. Ein Brand war ausgebrochen. Das zu
dieser Zeit am Josephsplatz bereits bestehende Parkverbot erleichterte der Feuerweht
die Zufahrt. Sie konnte rasch und wirksam eingreifen und verhinderte das Übergreifen
der Flammen auf die Nationalbibliothek, die allerdings einen beträchtlichen
Wasserschaden abbekam. Auch den Lipizzanern ist nichts passiert. Sie wurden vom
Stallpersonal ins Freie gebracht und von tierlieben Passanten an sicheren Plätzen
festgehalten.
Die Redoutensäle brannten jedoch bis auf die Grundmauern ab. Ihre Wiederherstellung
erfolgte bis 1997 nach alten Vorlagen - nur die von Josef Mikl geschaffenen Fresken
sind modern und passen meiner Meinung nach in die historischen Säle wie die
Faust aufs Aug.
ZEREMONIENSAAL (htg. KONGRESSZENTRUM) (J) (1744 - 1748)
Das Gebäude fällt noch in den Klassizismus. Louis Montoyer errichtete
den Bau 1802 - 1806 (ein Datum, das nicht den anderen Quellen entspricht). Zur
Bauzeit ragte er noch weit auf die erst nach 1809 demolierte Burgbastei zu. Die
Innenräume des Komplexes sind monumental ausgestaltet.
Der ehemalige Zeremoniensaal, die historischen Räume der Alten Burg und der
Bautrakt der Neuen Burg bilden seit 1958 das Kongreßzentrum in der Hofburg
mit dem Zugang vom Heldenplatz.
ÄUSSERES BURGTOR (K) (1821 -
1824)
Das
"Äußere Burgtor" wurde von Luigi Cagnola 1821 begonnen und
vom Mailänder Peter Nobile fertiggebaut, und da Mailand damals zu Österreich
gehörte, war auch der Nobile ein Österreicher. Die Mauer, in der es
einmal ein Tor war, steht nicht mehr.
Die bauliche Abgrenzung zum Heldenplatz entstand 1821 - 1824, nachdem die Burgbastei
1809 von Napoleon gesprengt worden war. Ursprünglich war es als Denkmal für
die Völkerschlacht bei Leipzig gegen Napoleon 1813 konzipiert. Es besteht
aus fünf Bögen. Der mittlere durfte nur von der Kaiserfamilie benutzt
werden.
1933/34 wurde es zum Heldendenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs
umgestaltet.
1945 kam ein Ehrendenkmal für die österreichischen Widerstandskämpfer
gegen den Faschismus hinzu. Der Krieger in der Krypta ist von Wilhelm Frass.
Das Bronzekreuz neben dem Burgtor soll an den Besuch Papst Johannes
Paul II. im Jahre 1983 erinnern.
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