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Bauzustand um 1550 |
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Erweiterungen 2. Hälfte 16./17.
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Zubauten im 18. Jh. |
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Neubauten im 19. Jh |
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DER HELDENPLATZ
Im
Jänner 1853, zu einer Zeit, als noch niemand an eine weitläufige Verbauung
des Heldenplatzes dachte, beschloß Kaiser Franz Josef die Errichtung eines
Monumentes für seinen Onkel Erzherzog Karl, der bei Aspern Napoleon
die erste Niederlage zugefügt hatte. Der erste Entwurf von Anton Dominik
Fernkorn wurde abgelehnt. Der zweite, der den Feldherrn nicht in ruhiger Haltung,
sondern mit der Fahne in der Hand seine Truppen anführend zeigt, gefiel.
"Für's Vaterland mutig vorwärts!" soll er in dieser Haltung
gerufen haben und die zurückweichenden österreichischen Truppen zum
Sieg geführt haben. Befragt, ob er in der Schlacht tatsächlich so eine
Fahne geschwungen habe, soll er geantwortet haben: "Aber was glauben S' denn
- wie hätt i denn dös mach'n soll'n? I, so a schwach's Mandl!"
Er hätte sich nur am Zipferl der Fahne angehalten. Auch habe er nicht die
Fahne ergriffen und sei ganz alleine gegen den Feind gestürmt, auf daß
sich das Heer von seiner Begeisterung habe mitreißen lassen. Reell klingt,
daß er den Fahnenträger in die vorderste Linie dirigierte und neben
ihm mit gezogenem Säbel gegen die französischen Truppen gekämpft
hat. Der feindliche Durchbruch wurde verhindert und die Schlacht war gewonnen.
Das Monument wurde 1858 gegossen und hätte zum 50. Jahrestag des Sieges bei
Aspern enthüllt werden sollen. Durch militärische Niederlagen zu diesem
Zeitpunkt erschien eine derartige Feierlichkeit nicht angebracht. Also verschob
man die Festivität auf das Jahr 1860.
Das Standbild stellt eine technische Meisterleistung dar, denn das Pferd samt
Reiter (20 t Metall) balanciert lediglich auf den Hinterhufen, ohne Zuhilfenahme
des Schweifes als zusätzliche Stütze.
Das
Gegenstück ist das 1860 von Kaiser Franz Josef in Auftrag gegebene Monument
für Prinz Eugen von Savoyen, den Türkenbezwinger und Ratgeber
dreier Kaiser. Der gebürtige Franzose feierte Siege in Zenta (1697), Peterwardein
(1716) und erobert 1717 Belgrad. Er war nicht nur das "Schwert des Hauses
Habsburg", sondern auch Staatsmann, Kunstliebhaber, Sammler und Mäzen.
Von Lukas von Hildebrand ließ er sich ein Sommerschloß, das Belvedere,
erbauen. Er konnte sich das leisten, denn er war einer der reichsten Männer
seiner Zeit.
Ganz gegensätzlich dazu sein Spitzname: Wegen seiner kleinen Gestalt und
seinem abgetragenen braunen Waffenrock wurde er "kleiner Kapuziner"
genannt
Fernkorn konnte für das Monument nur noch die Entwürfe liefern, da er
infolge von Überarbeitung bereits drei Schlaganfälle erlitten hatte
und geistig umnachtet war. Man munkelte damals in Wien, daß ihn die Sorge,
das ungestützte Pferd des Erzherzog Karls könnte doch noch umfallen,
in den Wahnsinn getrieben hätte. Wieder einmal ein festes G'schicht'l. Zwar
endete Fernkorn in der Landesirrenanstalt, doch hauptsächlich deshalb, weil
er an einer venerischen Krankheit litt.
Um die Arbeiten zu beschleunigen, stellte Kaiser Franz Joseph Bronze aus dem Kanonenlager
im Arsenal zur Verfügung. Trotzdem dauerte die Errichtung des Denkmals fünf
Jahre. Die Enthüllung fand am 18. Oktober 1865, dem 202. Geburtstag des Prinzen,
statt.
DIE NEUE HOFBURG (M) (1881 - 1913)
Mit
der Neuen Hofburg, wie sie sich heute präsentiert, wurde nur ca. ein Drittel
des ursprünglichen Projektes, das von Gottfried
Semper und Karl Hasenauer
projektiert wurde, tatsächlich gebaut. Nach Nach ihrem Plan sollte die Hofburg
aus drei Teilen bestehen: dem Hofburgtrakt mit der halbrunden Form auf der Volksgartenseite,
aus einem gleichartigen Flügel auf der Volksgartenseite und aus einem der
alten Burg vorgelagerten Mitteltrakt, der diese beiden Flügel verbinden sollte.
Triumphpforten von den Trakten an den Enden der Bogenflügel hinüber
zu den Museen sowie die Stallungen auf der vierten Seite des Platzes sollten das
Kaiserforum vervollständigen.

So hätte es aussehen sollen, doch das
Geld reichte nicht!
Tatsächlich gebaut wurden der Trakt
der Neuen Hofburg am Burggarten, die beiden Museen und die Stallungen, das heutige
Museumsquartier.
1891 begannen Hasenauer und Semper mit dem Bau der Neuen Hofburg, doch es kam
zu einem Zerwürfnis der beiden Architekten, und als Hasenauer starb, erhob
sich der Flügel der neuen Burg gerade über das Straßenniveau.
Als Semper Wien verlassen hatte, wurden verschiedene andere Architekten, als erster
Emil Förster (1881 - 1889), mit dem Bau beauftragt, die sich aber hauptsächlich
der Innenausstattungen widmeten, was in der Bevölkerung zu wilden Gerüchten
führte. So munkelte man, Hasenauer habe auf Treppen und Tioletten vergessen
- ein pures Gerücht, das auch beim Bau der Roßauer-Kaserne kursierte.
Auch der Kaiser verlor nach dem tragischen Tod von "Sissi" das Interesse
am Bau des Kaiserforums.
1899
- 1907 übernahm Friedrich Ohmann die Bauleitung. Starrsinnig wollte er alle
seine Pläne unverändert in die Tat umsetzen. Er nahm Änderungen
an der 170 m langen Burggartenfassade vor und verärgerte damit den mit dem
Burgbau beauftragten Erzherzog Franz Ferdinand. Die Kritik am Bau wurde sowohl
vom Kaiser als auch von der Bevölkerung immer härter. Das neue Wiener
Journal forderte am 6. März 1906, daß der Bau verdiene, dem Erdboden
gleichgemacht zu werden. Ohmann fiel in Ungnade und legte 1907 sein Amt zurück.
Sein Nachfolger war der Architekt Ludwig Baumann (1907 - 1013), der unverzüglich
mit den notwendigen Korrekturarbeiten begann. Ihm gelang vor allem die Gestaltung
des Festsaales, wobei er eine akzeptable Lösung in der Frage der Verbindung
zwischen den Repräsentationsräumen der Neuen Burg mit den Festsälen
der Alten Burg fand. Er wurde von Franz Ferdinand besonders geschätzt.
Acht Jahre nach der Abdankung des letzten Habsburgers war die Neue Hofburg endlich
vollendet. Politisch bedeutend wurde sie erst am 15. März 1938, als
Adolf Hitler von ihrem Altan den "Anschluß Österreichs"
verkündete. Auf dem Heldenplatz jubelte die riesige Menschemenge ihrem neuen
Führer zu - während in Wien bereits überall Verhaftungen stattfanden
und die ersten Transporte in die KZs zusammengestellt wurden.
Heute beheimatet die Neue Hofburg die Lesesäle der Nationalbibliothek
sowie das Museum
für Völkerkunde und Teile des Kunsthistorischen
Museums. In der Verbindung zum alten Teil liegt das 1958 geschaffene Kongreßzentrum.
In diesem 1.000 m² großen Marmorsaal finden neben Kongressen auch Ballveranstaltungen
statt; am bekanntesten ist der Kaiserball zu Silvester.
MICHAELERTRAKT (N) (1889 - 1893)
Die
Pläne von Joseph Emanuel Fischer von Erlach blieben nach dem Bau des Reichskanzleitraktes
unsausgeführt. Erst mit dem Bau des Burgtheaters am Ring wurde der Abbruch
des alten Hofburgtheaters im Jahr 1888 möglich.
Es war direkt mit den Wohnräumen der Monarchen verbunden. Eines Tages stürzte
Maria Theresia während einer Theateraufführung im Hauskleid in die Loge
und rief: "Der Poldl hat an Buam bekommen und am nämlichen Tag, an dem
ich geheiratet hab!"
Der "Poldl" war der damalige Großherzog der Toscana, Pietro Leopoldo,
der spätere Kaiser Leopold II., der "Bub" war Erzherzog Franz,
der spätere Kaiser Franz II. (I.), geboren am 12. Februar 1768 in Florenz.
Vom alten Burgtheater wurde dessen "Bühnentürl" zur
Erinnerung in den Neubau integriert.
Am Michaelerplatz dominieren die beiden allegorischen Brunnengruppen:

Die Macht zur See
(Edmund Hellmer) |

Die Macht zu Lande
(Rudolf Weyr) |
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Künstlerisch am wertvollsten sollen
die plastischen Gruppen von Lorenzo Matielli (1727 - 1729) sein, die zu
beiden Seiten des Ausgangs zum Michaelerplatzsowie zum Durchgang zur Schauflergasse
Herkulesmotive darstellen. (Fotos in Arbeit)
Beiderseits des Hauptportals befinden sich vier Heraklesfiguren:
In der Rundhalle (Oktogon) stehen unter
der 54 m hohen Kuppel vier Figurenpaare, die Herrscher- bzw. Volkstugenden
darstellen:
"Providentia Augusti" (Franz Koch), "Pietas Augusti" (Hans
Kalmsteiner), "Spes publica" (Wilhelm Seib) und "Fides Publica"
(Werner David).
Zum Michaelerplatz hin findet man noch
"Auszug in den Krieg" (Otto König) und "Siegreiche Heimkehr"
(Stefan Schwartz). Zu unterscheiden sind die beiden Gruppen durch den Triumphbogen
im Hintergrund: einmal verläßt durch ihn der Reiter die Stadt, bei
der Heimkehr reitet er in ihn hinein.
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Auszug in den Krieg
PROFECTIO AUGUSTI
(Otto König)
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Siegreiche Heimkehr
ADVENTUS AUGUSTI
(Stefan Schwartz) |
Und dann fand ich noch vier Damen, die von den schlauen Chronisten undokumentiert
blieben:
1919 wurde schließlich die Durchfahrt
der Burg freigegeben und auch der ehemalige Kaisergarten sowie die Kaiserappartements
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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