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Am 13. März 1866 ordnete Kaiser Franz
Joseph an, daß auf dem Areal zwischen den beiden Hofmuseen eine "Meiner
Residenz zur Zierde" gereichende Gartenanlage zu errichten sei. Sie solle
nicht zur Erholung der Bevölkerung dienen, sondern harmonischer Bestandteil
des Kaiserforums sein.
"Zwischen der Burg und den Kaiserlichen Stallungen (htg. Messepalast/Museumsquartier,
Anm.) kann wohl füglich kein öffentlicher Garten errichtet werden, weil
dadurch eine fortwährende Beunruhigung der vielen abzurichtenden jungen Pferde
und daher Beschädigungen und Unglücksfälle herbeigeführt werden
würden." (Auszug aus dem Protokoll der Ministerkonferenz vom 11. Juli
1857.)
Das Baukomitée entschloß sich, die Anlage "im französischen
Style, ohne Alleen oder Baumgruppen" zu errichten.
Letztendlich mußte die Gartenanlage doch der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden. Eine Bewässerung war nämlich nur mit Hilfe der Stadt
Wien möglich, und diese knüpfte die Genehmigung zur Wasserabgabe an
die Bedingung, daß "dem Publikum der Zutritt zu dieser Gartenanlage
gestattet werde".
Denkmal der Kaiserin Maria Theresia
Nach 13jähriger Bauzeit wurde das Denkmal von Kaspar von Zumbusch auf einem
Sockel Karl von Hasenauer im Jahr 1888 fertiggestellt.
Im Mittelpunkt befindet sich die auf einem hohen Sockel thronende überlebensgroße
Figur der Kaiserin, die das Zepter und die Pragmatische Sanktion in ihrer Linken
hält. Um sie herum sind die Allegorien der Kraft, Weisheit, Gerechtigkeit
und Milde angeordnet.
Am Unterbau ist die Kaiserin von Heroen ihres Zeitalters zu Fuß und zu Roß
umgeben. Die Reiterstandbilder zeigen die vier großen Feldherren der Kaiserin:
Daun, Laudon, Traun und Khevenhüller.
Vor den Seitenflächen befinden sich die Figuren des Staatskanzlers Fürst
Kaunitz, hinter ihm im Hochrelief der böhmische Vizekanzler und Erzieher
Josefs II., Freiherr von Bartenstein, der General Graf Johann Ludwig Adam Starhemberg
und der Diplomat Graf Mercy. Zur rechten Hand der Kaiserin der Minister und Reorganisator
der inneren Verwaltung Graf Friedrich Wilhelm Haugwitz, hinter ihm der ungarische
Staatsmann Graf Grassalkovich, der siebenbürgische Hofkanzler Freiherr von
Bruckenthal, die Juristen und Mitarbeiter an der Gesetzeskodifikation der Kaiserin
Rieger und Martini, sowie der Literat Sonnenfels.
An der Rückseite stehen der Reorganisator der Artillerie, der Feldherr Fürst
Wenzel von Lichtenstein, hinter ihm der militärische Reorganisator General
Graf Franz Moritz Lacy, der tapfere Reiterführer Graf Hadik, der 1757 Berlin
eroberte, und General Graf Nadásdy.
Zur linken Hand der Kaiserin befinden sich ihr Leibarzt Gerhard van Swieten, dahinter
im Hochrelief der Numismatiker Eckhl, der ungarische Historiker Georg Pray und
die Komponisten Gluck, Haydn und Mozart als Kind mit der Gloriette im Hintergrund.
Die Kaiserin Maria Theresia
Sie
kümmerte sich um alles, selbst um Nebensächlichkeiten - ein voller Terminkalender,
jeden Tag. Und das 40 Jahre lang. Sie schrieb unzählige Briefe, kümmerte
sich um die Staatsgeschäfte genauso wie um ihre 16 Kinder und gesellschaftliche
Verpflichtungen. Sie liebte Bälle, nahm selbst an Reittournieren teil, besuchte
Volks- und Schützenfeste und spielte gerne um hohe Beträge. Sie war
eine tief religiöse und fromme Frau. Dem bedingungslosen Bekenntnis zu kirchlichen
und sittlichen Geboten entsprangen manche widersprüchliche Entscheidungen,
war sie doch in vielen Bereichen aufgeschlossen für Fortschritt und Neuerungen
des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.
1736 heiratete sie Kaiser Franz Stephan v. Lothringen, kurz: Franz I. - eine Liebesheirat.
Als Maria Theresia nach dem Tod Karls VI. die Regentschaft antrat, hatte der Türkenkrieg
ein desolates Heer zurückgelassen und in der Staatskasse herrschte trostlose
Leere. Sie war überhaupt nicht auf ihre schwierige Aufgabe vorbereitet. Von
den komplizierten außenpolitischen Bedrohungen hatte sie ebensowenig Kenntnis
wie von den innenpolitischen Schwächen. Ihre Ratgeber waren die ihres Vaters:
bedächtig, ängstlich und an der alten Politik festhaltend. Noch dazu
wurde sie in den eigenen Ländern, besonders in Wien, nicht sehr wohlwollend
aufgenommen.
Friedrich II. nützte die Gunst der Stunde und fiel mit seinen preußischen
Truppen in Schlesien ein, die Bayern in Oberösterreich und die Franzosen
besetzten Böhmen. Das verbündete England leistete Hilfestellung. Die
Situation war für Maria Theresia aussichtslos. In ihrer Not wandte sie sich
an die Ungarn, die ihr - natürlich entsprechende Gegenleistung fordernd -
ein passables Heer zur Verfügung stellten, das Österreich im letzten
Moment die Rettung brachte.
Von diesem Moment an besserte sich ihre Lage. Die folgenden Jahre waren den großen
Reformen gewidmet. Nun umgab sie sich mit neuen, ausgezeichneten Mitarbeitern.
Mit umfangreichen Verwaltungsreformen verband sich eine tiefgreifende Finanzreform
mit modernisierter Buchhaltung und eine Steuerreform, die die steuerlichen Privilegien
des Prälaten-, Herren- und Ritterstandes reduzierte. Als Nebenerscheinung
ließ sie 1753 eine Volkszählung in den österreichischen und böhmischen
Ländern durchführen.
Ihre Reformen galten nicht nur der Außenpolitik, sondern auch dem Militärwesen.
1751 gründete sie die noch heute in Wiener Neustadt bestehende zweite Militärakademie.
Obwohl die auch eine Rechtsreform
durchführte, blieb die Folter, verschärfte Todesstrafe und Hexenverfolgung.
Wirklich erfolgreiche war sie im Bereich der Wissenschaft, besonders der Industrie
galt ihr Interesse. Sie befürwortete Gewerbefreiheit, Fabriksgründer
erhielten Privilegien. Produktion und Handel boomten in allen Bereichen. Verkehrswege
wurden ausgebaut. Importbeschränkungen und Ausfuhrförderung waren ergänzende
Maßnahmen.
Schließlich ihre wichtigste Reform: die Bildung. Angefangen bei der Universität
bis hin zu den Grundschulen, sowohl im Niveau als auch bezüglich der räumlichen
Gegebeneheiten. Die allgemeine Schulpflicht wurde eingeführt, Musterschulen
errichtet, Lehrer ausgebildet, Schulbücher herausgegeben.
Maria Theresia hatte die Friedensjahre gut genützt - sieben Kriegsjahre folgten.
1756 griff Friedrich abermals Österreich an. Es gab Siege und Niederlagen.
1762 mußte die Kaiserin den endgültigen Verlust Schlesiens hinnehmen.
Im Leben Maria Theresias war das Jahr 1765 Schicksalsjahr und Wendepunkt. Völlig
unerwartet starb ihr geliebter Mann in Innsbruck auf dem Weg vom Theater zur Hofburg.
Der ungeheure Schmerz verwandelte sie völlig. Sie schnitt sich ihre Haare
ab, legte schwarze Witwentracht an, verschenkte ihre Diamanten, besuchte nie wieder
ein Theater und ließ ihre Gemächer grau tapezieren. Ihre Arbeit verrichtete
sie jedoch nach wie vor gewissenhaft - nur um einiges langsamer, entschlußloser
und konservativer.
Joseph II. wurde Mitregent - keine glückliche Entscheidung. Ihre Ansichten
waren zu verschieden.
Leopold beschreibt seine Mutter zu dieser Zeit: "Ihr Gedächtnis hat
sehr nachgelassen, sie erinnert sich nicht mehr an viele Dinge und gegebene Befehle,
und häufig wiederholt sie diese, und daraus entsteht viel Verwirrung. Sie
beginnt etwas schwerhörig zu werden und hat durch den ständigen Verdruß
ihren Mut und ihre Aktivität eingebüßt; sie läßt alle
Angelegenheiten laufen, da sie ständig mit Gebet und Andacht beschäftigt
ist. Sie freut sich nie über etwas und ist ständig allein und melancholisch.
Sie ist sehr betrübt und entttäuscht zu sehen, daß alle Angelegenheiten,
um die sie sich in so vielen Jahren bemüht hat, nicht erledigt sind, daß
das Publikum ihr die Schuld daran gibt und viele sich über sie beklagen."
Sie war erst 63 Jahre alt. Korpulenz und Atemnot plagten sie. Sie konnte nur mehr
schwer gehen. Ihr Lungenemphysem verschlechterte sich. Medikamente lehte sie ab.
Kurz nachdem sie ihr Sohn zu Bett begleitet hat, starb sie am 29. November 1780.
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