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Spontan
fühlt man sich angesichts des tempelartigen Baus Theophil
Hansens, der das Ursprungsland der Demokratie für das 143 m lange und
137 m breite Gebäude hier Pate stehen ließ, nach Griechenland versetzt.
1873 begann er mit dem Bau - und 1883 war er damit fertig. Er löste die Aufgabe,
ein Gebäude für beide Kammern des damaligen Reichtstages (Abgeordneten-
und Herrenhaus) zu schaffen, indem er eine von 24 Marmorsäulen getragene
zentrale Halle schuf, an deren Längsseiten er je einen würfelförmigen
Saalbau angliederte.
1918 wurde auf der 4 m hohen Rampe die Republik ausgerufen und das Gebäude
mit unverändertem Giebel - er ist mit den Symbolden der 17 Kronländer
der Monarchie geschmückt - übernommen.
Zuerst nannete man es das "Reichsratsgebäude", erst später
"Parlament". Dieses Wort hat seinen verbalen Ursprung im lateinischen
Ausdruck für "sprechen". Geredet wird hier viel: Im zweigeschößigen
Gebäude tagt der National- und Bundesrat und beschließt bei gehißter
rot-weiß-roter Fahne, was ganz Österreich betrifft. Nebenan, im Rathaus,
diskutiert der Wiener Gemeinderat und der Wiener Bürgermeister die Probleme
der Hauptstadt.
An den unteren Enden der Auffahrtsrampe befinden sich die Bronze-Statuen von Rossebändigern
als Symbol der Unterdrückung von Leidenschaften, die die Voraussetzung für
eine konstruktive parlamentarische Zusammenarbeit ist.
Am 7. Februar 1945 wurde die Säulenhalle sowie der Herrenhaustrakt durch
einen Bombentreffer schwer beschädigt. Neben zahlreichen anderen Schäden
wurde ein 125 m langes Friesgemälde demoliert, welches nicht mehr wiederhergestellt
wurde. Der Sitzungssaal war total ausgebrannt.
Der Pallas-Athene-Brunnen vor dem Parlament wurde erst zwischen 1893 und
1902 erbaut. Allegorisch stellen die vier liegenden Figuren die wichtigsten Flüsse
der Monarchie dar: Donau und Inn vorne, Elbe und Moldau hinten.
Darüber stellen die beiden Frauenfiguren die gesetzgebende und die volllziehende
Gewalt dar, überragt von der Göttin der Weisheit, Pallas Athene, auf
der Säule.
Mehr über das Parlament:
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