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Die
Gemeindeväter müssen mit der Arbeit des Stadtgärtners Rudolf Siebeck,
der bereits 1862 den Stadtpark ausgestaltet hat, zufrieden gewesen sein, denn
sie engagierten ihn wieder, als die 40.000 m² große, öde Fläche
des aufgelassenen k.k. Parade- und
Exerzierplatzes am Josefstädter Glacis in einen prächtigen englischen
Garten verwandelt werden sollte.
Siebeck trennte die Fläche durch den Rathausplatz und ahnte nicht, was sich
140 Jahre später dort abspielen würde: Im Winter baut der Christkindlmarkt
auf, danach lädt der "Wiener Eistraum", ein Eislaufplatz, zum sportlichen
Vergnügen ein. Zur absoluten Sommer-Attraktion hat sich das "Filmfestival"
entwickelt. Die abendlichen Freiluft-Filmvorführungen auf einer riesigen
Leinwand sind kostenlos zugänglich (Programm gibt es bei jeder Touristen-Info).
Dazu scharen sich unzählige Imbiß-Buden, die kulinarische Spezialitäten
aus aller Welt anbieten.
Zurück ins Jahr 1873.
Rechtzeitig zum 14. Juli, der Tag der feierlichen Grundsteinlegung für das
Rathaus, hatte Siebeck sein Werk vollendet.
Jede Parkhälfte beinhaltet einen Springbrunnen und zeichnet sich durch einen
prachtvollen alten Baumbestand aus. Wie im Stadtpark verspricht die Auswahl der
Pfalnzen fast ganzjährige Blütenpracht, und auch hierhin wurden Exoten
importiert: ein japanischer Schnurbaum, ein Ginko, eine geschlitztblättrige
Rotbuche, eine Kaukasische Flügelnuß, ein Tulpenbaum und eine gelbblühende
Kastanie. Zum 50jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I.
wurde eine Linde gepflanzt, 1906 eine Eiche für Bürgermeister Dr. Karl
Lueger.
Das
Bild links zeigt die Elisabethbrücke um 1880. Im Hintergrund die Karlskirche.
Die Figuren, die sich damals auf der Brücke befanden, stehen heute auf dem
Rathausplatz: Leopold VI., Leopold Graf Kollonitzs, Niklas Graf Salm, Josef von
Sonnenfels, Johann B. Fischer von ERlach, Rüdiger Graf Starhemberg, Herzog
Rudolf IV., Herzog Heinrich II. Jasomirgott.
Weitere Denkmäler:
Johann
Strauß Vater (14.3.1804 - 25.9.1849): Der Komponist und Kapellmeister
machte neben Josef Lanner den aufkommenden Walzer salonfähig und zum beliebtesten
Gesellschaftstanz der Zeit. Er schuf insgesamt 251 Werke, darunter 152 Walzer,
32 Quadrillen und 16 Märsche (besonders berühmt: Radetzkymarsch). 1825
gründete er seine eigene Kapelle. 1835 wurde er Hofballmusikdirektor.
Mehr über Johann Strauß.
Josef Lanner (12.4.1801 - 14.4.1843): Vom Landler
ausgehend, schufen er und Johann Strauß Vater die spezifische Form des Weiner
Walzers als Walzerkette mit Introduktion und Finale. Lanner, wie Strauß
Komponist und Kapellmeister, wußte die Klangmöglichkeiten des Orchesters
wirkungsvoll auszunützen und genoß auch als Violinvirtuose einen hervorragenden
Ruf. 1824 gründete er sein eigenes Orchester.
Ferdinand
Georg Waldmüller (1793 - 1865)
Zuerst malte er Miniaturen und Theaterdekorationen in Prag, Preßburg und
Brünn. Später erhielt er einen Posten als Kustos in der Gemäldegalerie
der Akademie in Wien, wo er auch Historienmalerei unterrichtete. Als Lehrer versuchte
er, neue Wege zu gehen - das führt zu Konflikten mit seinen Vorgesetzten
und schließlich zu seiner Pensionierung.
Waldmüller ging als Maler des Wienerwaldes in die Kunstgeschichte ein. Es
finden sich unter seinen Werken aber auch sozialkritische Motive wie "Die
Pfändung", "Der Notverkauf" oder "Die Klostersuppe".
Josef Anton Engelhart erhielt 1909 den Auftrag für das Denkmal. In Laaser
Marmor arbeitet Waldmüller an einer Skizze, wobei ihm eine junge Frau mit
ihrem Kind über die Schulter schaut. Am 1. Oktober 1913 wurde das Monument
enthüllt. Man zeigte sich damals über den modernen Stil sehr entsetzt.
Ernst Mach (Physiker)
Sein Vater, Gymnasiallehrer, zog vier Jahre nach der Geburt seines Sohnes von
Prag nach Wien. Der Sohn tritt ins Gymnasium der Benediktiner ein, wenig angetan
von alten Sprachen und dem religiösen Umfeld.
Nach der Matura studiert er Physik und Mathematik. Eine Woche nach seinem 23.
Geburtstag hat der die Habilitation geschafft, welche allerdings nur durch die
Anleihe eines väterlichen Freundes möglich wurde. Im Wintersemester
1861/62 beginnt er seine Vorlesungen mit "Methoden der physikalischen Forschung",
"Höhere physiologische Physik" und "Physik für Mediziner".
1864 erhielt Mach in Graz seine erste Stelle als ordentlicher Professor für
Mathematik, zwei Jahre später auch für Physik. In Graz lernt er auch
Ludovica Marussig kennen, die er 1867 heiratet.
Es folgen zahlreiche selbständige Veröffentlichungen, etliche davon
werden auch in die wichtigsten Sprachen übersetzt. Mach bereist Rußland,
und kehrt 1895 nach Wien zurück.
Josef
Popper-Lynkeus (Philosoph)
Karl
Seitz (1869 - 1950)
In einfachen Verhältnissen am 4. 9. 1869 geboren, wurde er Lehrer und begann
1901 seine politische Tätigkeit als Reichsratsabgeordneter. Er setzte sich
für das allgemeine Wahlrecht und die Aufhebung des Bildungsmonopols ein.
1918 - 1920 war er einer der drei an der Spitze der Republik stehenden Präsidenten
der Nationalversammlung.
1923 - 1934 war er Wiener Bürgermeister. Die großen kommunalen Errungenschaften
des "Roten Wien" gehören zu seinen politischen Leistungen. Er reformierte
mit Hugo Breitner das Finanz- und Steuerwesen, mit Julius Tandler das Gesundheits-
und Wohlfahrtswesen und mit Otto Glöckel das Schulwesen. Unter ihm begann
der kommunale Wohnhausbau, zB die große Gartenstadt in Jedlesee, die auch
seinen Namen trägt.
Im Februar 1934 kam es zum Kampf zwischen Regierung und Sozialdemokraten. Seitz
wurde verhaftet und die Sozialdemokratische Partei verboten.
1944/45 verbrachte er im KZ Ravensbrück, von wo er krank und entkräftet
nach Wien zurückkehrt. Für ein Jahr übernahm er den Parteivorsitz,
dann wurde er zum Ehrenvorsitzenden der SPÖ ernannt.
Der von der Stadt Wien subentionierte Karl-Seitz-Denkmalverein beauftragte Gottfried
Buchberger mit dem Standbild. Seit seiner Enthüllung am 28. April 1962 durch
Bürgermeister Franz Jonas steht Seitz in Bronze am Standort Rathauspark und
blickt hinüber zum Burgtheater.
Dr. h.c. Theodor Körner (24.4.1873 - 4.1.1957):
Er wurde in Uj Szönyi b. Komorn, Ungarn, geboren und 1917 Generalstabschef
der vereinigten Isonzoarmeen. 1924 ging er als General in Pension. Nach Kriegsende
trat er in die republikanische Volkswehr ein und engagierte sich einige Jahre
danach als Berater des Republikanischen Schutzbundes. 1929 kam es zum Konflikt
mit dem Schutzbund-führer Julius Deutsch, der ihm zu wenig revolutionär
auftrat.
Nach dem Bürgerkrieg 1934 verbrachte er 11 Monate in Haft.
Als im April 1945 die letzten Kämpfe tobten, wurde er von den Russen als
provisorischer Bürgermeister vorgeschlagen. Sechs Jahre lang regierte Körner
die Stadt. Von 1951 - 1957 war er der erste, direkt vom Volk gewählte Bundespräsident.
Der Offizier der k. u. k. Armee und Sozialdemokrat war nach dem Ersten Weltkrieg
maßgeblich am Aufbau des neuen republikanischen Heeres beteiligt. Als Wiener
Bürgermeister (1945 - 1951) erwarb er sich beim Wiederaufbau große
Verdienste. Seine Korrektheit und Volksnähe verschafften ihm eine ungeheure
Popularität. 1948 wurde er Ehrenbürger der Stadt Wien.
Am 7. Juni 1963 enthüllte Bürgermeister Franz Jonas das von Hilde Uray
entworfene schlichte Bronzestandbild.
Dr.
Karl Renner (14.12.1870 - 31.12.1950): Der sozialdemokratische
Politiker zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten Österreichs
im 20. Jahrhundert. Zweimal, 1918 udn 1945, hatte er als Staatskanzler wesentlichen
Anteil an der Gründung bzw. dem Wiederaufbau der Republik Österreich.
Im Dezember 1945 wurde er von der Bundesversammlung einstimmig zum Bundespräsidenten
gewählt. Seit 1948 Ehrenbürger der Stadt Wien.
8 Steinfiguren
Nach dem Abriß der Brücke am Karlsplatz wurden die acht Steinfiguren,
welche Personen darstellen, die für die Geschichte Wiens von Bedeutung waren,
zuerst um die Stadtbahnstation Karlsplatz aufgestellt, wo sie vom Qualm der damals
noch mit Dampf fahrenden Stadtbahn so geschwärzt waren, daß sie die
Wiener die "acht schwarzen Rauchfangkehrer" nannten. Kurzfristig weilten
sie im Arkadenhof des Rathauses, dann kamen sie, bis auf eine, an den heutigen
Standort.
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