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Das nach Plänen von Emil Förster 1873/74 am Schottenring Nr. 7 erbaute
Theater wurde am 17. Jänner 1874 als "Komische Oper" eröffnet.
Im September 1878 wurde sein Name in "Ringtheater" geändert.
Am 8. Dezember 1881 gibt man Offenbachs Oper "Hoffmanns Erzählungen".
Kurz vor Beginn der Vorstellung entzünden sich die Gaslampen in der Deckendekoration
nicht sofort. Es strömt viel Gas aus. Als die Zündung endlich erfolgt,
entflammt das ausgeströmte Gas einen in der Nähe hängenden Dekorationsteil.
Binnen
sieben Minuten stehen Bühne, Schnürboden und Versenkung in hellen Flammen,
ohne daß die Zuschauer etwas bemerken. Erst als der Vorhang explosionsartig
in den Zuschauerraum schlägt, erkennt man den Ernst der Lage und will fliehen.
Rauch, Qualm und Funkenflug lösen Panik aus. Die Katastrophe ist perfekt,
als die Gasbeleuchtung abgeschaltet wird, wodurch das ganze Ringtheater in Dunkelheit
gehüllt ist und die Zuschauer sich in Gängen und auf den Stiegen stauen.
Erst nach elf Minuten wird die Feuerwehr verständigt. 20 Minuten nach Ausbruch
des Feuers sind wahrscheinlich schon alle Menschen, die sich noch im Theater befunden
haben, an den Rauchgasen erstickt. Ca. 500 Leute können sich auf die Straße
retten. Da aus dem Haus keine Hilferufe dringen, kommt es zu der legendär
gewordenen Meldung des Polizeirates Anton Landsteiner: "Alles gerettet!"
Ein fataler Irrtum! Das Feuer fordert 386 Tote.
Das Ringtheater war gerade sieben Jahre alt und wurde nicht mehr aufgebaut.
Dieser Brand veranlaßte die Einführung der strengsten Brandschutzverordnungen
des Kontinents, die somanchen Regisseur in die Verzweiflung getrieben haben. So
war zB das Hantieren mit offenem Licht auf der Bühne verboten. Seit damals
ist es auch zwingend vorgeschrieben, daß bei einer Vorstellung ab einer
bestimmten Platzanzahl Feuerwehrleute anwesend sein müssen. Weiters wurde
die Bestimmung eingeführt, daß Türen bei Theatern und Opernhäusern
immer nach außen aufgehen müssen.
Auf den Ringtheaterbrand ist auch die Gründung der "Rettungsgesellschaft"
1803 zurückzuführen, die "für plötzlich Verunglückte
und Scheintote" zuständig war und ihren Sitz im 3. Bezirk hat.
An der Stelle des Theaters ließ der Kaiser vom Dombaumeister Friedrich Schmidt,
dem Erbauer des Rathauses, mit Mitteln aus der kaiserlichen Privatschatulle das
"Sühnhaus" erbauen. Die Erträge dieses Zinshauses sollten
- laut kaiserlicher Anordnung - für ewige Zeiten wolhltätigen Stiftungen
zufließen. Im zweiten Stock des Gebäudes erinnerte eine Kapelle ("Unbefleckte
Empfängnis") an die Opfer der schrecklichen Brandkatastrophe. Da man
das Gebäude rasch fertigstellen wollte, wurde auch an Sonntagen daran gearbeitet.
Die Vollendung des Baus wurde entsprechend gefeiert: das k.k. Hauptmünzamt
prägte Medaillen und am 26. Jänner 1886 fand im Beisein des Kaisers
eine heilige Messe in der Kapelle statt.
1945 wurde das Sühnhaus bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und
1951 abgetragen. An seinem Platz wurde 1974 die Bundespolizeidirektion
errichtet.
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