Der Schubertring
Es ist nicht ganz einfach,
etwas über diesen kurzen Abschnitt der Ringstraße zu erzählen,
den man einst Kolowatring nannte. Waren Opern- und Kärtnerring die Domäne
der Finanzaristokratie, so war der Schubert- und der Parkring die des Blutadels.
Hier prunkt kein Museum, kein öffentliches Gebäude - nur Wohnhäuser,
und zwar jene von drei Reichsratsabgeordneten und einem Gemeinderat. Auf Nr. 12:
Graf Eugen Kinsky, auf Nr. 8: Alfred Skene, Industrieller.
Der aus der "adeligen Ressource" des 18. Jhdts. hervorgegangene Casino-Verein
hatte sein "Hauptquartier" im Adels-Casino, Kolowatring Nr. 5, Ecke
Fichtegasse. Hier waren die Hocharistokraten unter sich. Aus dieser Vereinigung
entwickelte sich später der österreichische Jockey-Klub. Neben den offiziellen
Klubräumen gab es im Adels-Casino eine Anzahl von Fremdenzimmern. Graf Rudolf
Hoyos besaß dort sogar sein Junggesellenheim.
Das Gebäude wurde vom Architekten Romano erbaut. Nach dem Erhalt der Eisernen
Krone durfte er sich "Romano Ritter vom Ringe" nennen, was ihm auch
wirklich zustand. Hatte er doch alleine im Sektor zwischen Babenbergerstraße
und Wollzeile 22 Häuser erbaut.
Wandert man heute über den Schubertring, bietet sich nichts Außergewöhnliches
- sieht man von den Nobelkarosserien der Porsches und Ferraris ab, die sich in
breiten Auslagen präsentieren.